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Ernst Mannheimer, der Sohn des verstorbenen Max Mannheimers, spricht bei der Trauerfeier für den Holocaust-Zeitzeugen.

Ausschwitz-Überlebender

„Moralische Instanz“ - Gedenkfeier für Max Mannheimer

München - Vor einem Monat starb Max Mannheimer. Der Tod des Holocaust-Zeitzeugen sei ein schmerzlicher Verlust, sagt Münchens Oberbürgermeister bei einer Gedenkfeier in der Jüdischen Gemeinde.

München hat an den jüngst gestorbenen jüdischen Holocaust-Zeitzeugen Max Mannheimer erinnert. Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) würdigte Mannheimer bei der Gedenkfeier im Jüdischen Gemeindezentrum als „besessenen Aufklärer“ und „moralische Instanz“. Sein Tod sei ein schmerzlicher Verlust. Auch die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Charlotte Knobloch, und Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) hielten Reden zu Ehren des Verstorbenen.

Mannheimer war am 23. September im Alter von 96 Jahren in einer Münchner Klinik gestorben. Er wurde auf dem Israelitischen Friedhof in München beigesetzt.

Mannheimer hatte fast seine ganze Familie im Holocaust verloren. Er selbst war mehr als zwei Jahre in Konzentrationslagern gefangen, ehe er wenige Tage vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges von US-Soldaten befreit wurde. Unermüdlich engagierte sich Mannheimer seit den 1980er Jahren als Zeitzeuge für die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus.

„Mit seiner Zeitzeugenschaft hat Max Mannheimer also nicht nur gegen das eigene Trauma angeschrieben, sondern auch einen gesellschaftlichen Prozess mit in Gang gesetzt, der sich zu einer engagierten und anhaltenden Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit entwickelt hat“, sagte Reiter.

Reiter fuhr fort: „Er war als einer der prominentesten Zeitzeugen des Holocaust nicht nur ein lebendes Mahnmal gegen das Vergessen und für die Versöhnung, sondern er stand mit seiner herausragenden Persönlichkeit auch für all das, was sich die Stadt München aus ihrer beschämenden Rolle als ehemalige „Hauptstadt der Bewegung“ heraus nach Jahrzehnten des Verdrängens und Vergessens an Anerkennung erworben hat für den verantwortungsvollen Umgang mit der eigenen NS-Geschichte.“

dpa

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