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Tausende von Trauernden begleiten im Januar 2007 den Sarg des ermordeten armenisch-türkischen Journalisten Hrant Dink zu seinem Begräbnis. Foto: Bozoglu

Mord in Istanbul

Gedenken an Hrant Dink zehn Jahre nach seiner Ermordung

Istanbul (dpa) - Der Mord an Hrant Dink, dem bekannten armenisch-türkischen Journalisten und Menschenrechtsverteidiger, jährt sich heute zum zehnten Mal. Zum Gedenkmarsch in der türkischen Metropole Istanbul werden Hunderte erwartet.

Dink war am 19. Januar 2007 vor dem Redaktionsgebäude der Zeitung "Agos" in Istanbul auf offener Straße erschossen worden. Er war einer der Gründer der türkisch-armenischen Wochenzeitung und von 1996 bis zu seinem Tod ihr Chefredakteur.

Der Journalist hatte sich für die Aussöhnung von Türken und Armeniern stark gemacht. Weil er die Massaker an den Armeniern im Osmanischen Reich als "Völkermord" bezeichnete, war er ins Visier türkischer Ultranationalisten geraten. In der Türkei ist die Bezeichnung "Völkermord" ein Tabubruch.

Der zum Zeitpunkt des Mordes minderjährige Attentäter war zu knapp 23 Jahren Gefängnis verurteilt worden, ein Hintermann zu lebenslanger Haft. Da die Hintergründe der Tat noch nicht vollständig aufgeklärt sind, beschäftigt der Fall weiterhin die Gerichte. Unter anderem wird gegen Polizeibeamte ermittelt, die von den Mordplänen gewusst haben sollen. Staatsanwälte beschuldigen Anhänger des islamischen Predigers Fethullah Gülen, den die Regierung auch für den Putschversuch vom 15. Juli 2016 verantwortlich macht, des Mordes an Hrant Dink.

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