Türkische Polizisten und Anhänger von Präsident Erdogan stehen nach dem gescheiterten Putsch in der Nähe von Panzern auf der Bosporusbrücke in Istanbul. Foto: str
1 von 10
Türkische Polizisten und Anhänger von Präsident Erdogan stehen nach dem gescheiterten Putsch in der Nähe von Panzern auf der Bosporusbrücke in Istanbul. Foto: str
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan legt in Istanbul Blumen auf das Grab eines Opfers des Putschversuches vor einem Jahr. Foto: Stf/Presidency Press Service
2 von 10
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan legt in Istanbul Blumen auf das Grab eines Opfers des Putschversuches vor einem Jahr. Foto: Stf/Presidency Press Service
Nach dem gescheiterten Putschversuch: Menschen auf einem gepanzerten Fahrzeug. Foto: Tolga Bozoglu
3 von 10
Nach dem gescheiterten Putschversuch: Menschen auf einem gepanzerten Fahrzeug. Foto: Tolga Bozoglu
Türkische Polizisten nehmen putschverdächtige Soldaten in Istanbul fest. Foto: Sedat Suna
4 von 10
Türkische Polizisten nehmen putschverdächtige Soldaten in Istanbul fest. Foto: Sedat Suna
Angespannte Lage in der Putschnacht auf dem Taksim-Platz in Istanbul. Foto: Uygar Onder Simsek
5 von 10
Angespannte Lage in der Putschnacht auf dem Taksim-Platz in Istanbul. Foto: Uygar Onder Simsek
Erdogan-Anhänger protestieren einen Tag nach dem Putschversuch in Istanbul. Foto: Sedat Suna
6 von 10
Erdogan-Anhänger protestieren einen Tag nach dem Putschversuch in Istanbul. Foto: Sedat Suna
Festgenommene Soldaten werden nach dem Putschversuch zu einem Istanbuler Gericht gebracht. Foto: Sedat Suna
7 von 10
Festgenommene Soldaten werden nach dem Putschversuch zu einem Istanbuler Gericht gebracht. Foto: Sedat Suna
Türkische Polizisten führen putschverdächtige Soldaten am Taksim-Platz in Istanbul ab. Foto: Tolga Bozoglu
8 von 10
Türkische Polizisten führen putschverdächtige Soldaten am Taksim-Platz in Istanbul ab. Foto: Tolga Bozoglu

Ein Jahr danach

Gedenken an blutigen Putschversuch in der Türkei

Die Türkei gedenkt des Putschversuchs vor einem Jahr. Rund eine Woche lang sind jeden Tag Veranstaltungen geplant. Zum Höhepunkt, einer Rede Erdogans, sind jedoch nicht alle eingeladen.

Istanbul (dpa) - Ein Jahr nach der Niederschlagung des Putschversuchs in der Türkei haben im ganzen Land Gedenkveranstaltungen begonnen. Staatspräsident Erdogan und Ministerpräsident Yildirim begannen das Gedenken mit dem Besuch eines "Märtyrerfriedhofs" im Istanbuler Stadtteil Edirne.

Bis Sonntag sind im ganzen Land Veranstaltungen zum Putschversuch vom 15. Juli 2016 geplant. Zum Höhepunkt der Feierlichkeiten, einer Ansprache Erdogans im Parlament in Ankara in der Nacht zum Sonntag, sind die größte Oppositionspartei CHP und die zweitgrößte Oppositionspartei HDP jedoch nicht eingeladen.

In der Nacht vom 15. auf den 16. Juli soll es bis spät in die Nacht sogenannte "Demokratiewachen" geben. Die Ansprache von Erdogan am Sonntag im Parlament soll genau um 02.32 Uhr Ortszeit (01.32 Uhr MEZ) beginnen - zu dem Zeitpunkt, als Putschisten vor einem Jahr das Parlament bombardierten.

Der Sprecher der größten Oppositionspartei CHP, Bülent Tezcan, kritisierte, dass seine Partei nicht zu der nächtlichen Veranstaltung eingeladen wurde. Der Deutschen Presse-Agentur sagte er: "Das ist gegen die Gepflogenheiten, das Parlament gehört nicht einer Gruppe." Die islamisch-konservative Regierungspartei AKP versuche damit, "die Gesellschaft zu spalten".

Der Umsturzversuch von Teilen des Militärs forderte nach offiziellen Angaben 249 Todesopfer. Die türkische Führung macht den in den USA lebenden Prediger Fethullah Gülen für den gescheiterten Putsch verantwortlich und geht rigoros gegen vermeintliche Gülen-Anhänger vor. Mehr als 50 000 Menschen sitzen in Untersuchungshaft. Auch acht Deutsche wurden seit dem Umsturzversuch inhaftiert, darunter der "Welt"-Korrespondent Deniz Yücel.

Ein Deutscher, der vergangene Woche bei einem Workshop für Menschenrechtler in Istanbul festgenommen wurde, und neun weitere Teilnehmer müssen sieben weitere Tage im Polizeigewahrsam bleiben. Nach Angaben von Amnesty International wurde dies von der Staatsanwaltschaft angeordnet. Die Menschenrechtsorganisation forderte am Dienstag die sofortige Freilassung der Verdächtigen und betonte, der gegen sie erhobene Vorwurf der Mitgliedschaft in einer Terrororganisation sei "absurd".

Der Deutsche hatte als Referent an einer Veranstaltung zum Thema Informationssicherheit teilgenommen. Die Polizei hatte ihn, einen schwedischen Referenten und acht türkische Menschenrechtler - darunter die Leiterin der türkischen Sektion von Amnesty International, Idil Eser - am Mittwoch festgenommen.

Website zu Gedenkveranstaltungen

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgesehene Fotostrecken

Lira-Krise: Türkei unterdrückt Kritik an Wirtschaftslage
Der Streit zwischen Amerika und der Türkei eskaliert: Präsident Erdogan wütet gegen neue US-Zölle und nennt die USA die "Kraftmeier des globalen Systems". Die …
Lira-Krise: Türkei unterdrückt Kritik an Wirtschaftslage
Bericht: Deutsche Behörden weisen immer mehr Ausländer aus
Osnabrück (dpa) - Deutsche Behörden haben 2017 doppelt so viele Ausländer ausgewiesen wie noch zwei Jahre zuvor. Das berichtete die "Neue Osnabrücker Zeitung" am Freitag …
Bericht: Deutsche Behörden weisen immer mehr Ausländer aus
UN: Nordkorea hat Atom- und Raketenprogramm nicht gestoppt
New York (dpa) - Nordkorea soll sein Atom- und Raketenprogramm laut einer Analyse der Vereinten Nationen nicht eingestellt haben. Zu diesem Schluss kommen Experten in …
UN: Nordkorea hat Atom- und Raketenprogramm nicht gestoppt
UNHCR: Mittelmeer tödlichste Route für Flüchtlinge
Sie setzen ihr Leben aufs Spiel, um nach Europa zu kommen, und viele verlieren es. Mehr als 1500 Menschen sind in diesem Jahr im Mittelmeer ertrunken. Liegt das an den …
UNHCR: Mittelmeer tödlichste Route für Flüchtlinge