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US-Soldat Bowe Bergdahl kam nach einem Gefangenentausch zwischen den USA und den Taliban frei.

Gefangenen-Tausch  

Kabul fordert Freilassung von Ex-Taliban

Kabul - Fünf Ex-Taliban-Funktionäre sind im Austausch gegen den US-Soldaten Bowe Bergdahl nach Katar gebracht worden. Die afghanische Regierung fordert nun eine komplette Freilassung der Männer.

Nach dem Gefangenenaustauschen zwischen den USA und den Taliban hat die afghanische Regierung die bedingungslose Freilassung der fünf früheren Taliban-Funktionäre gefordert. „Sollten die Vereinigten Staaten die afghanischen Staatsbürger mit dem Ziel nach Katar überstellt haben, deren Freiheit einzuschränken, wäre das ein klarer Verstoß gegen internationale Gesetze“, teilte das Außenministerium in Kabul am Sonntagabend mit.

Die fünf früheren Taliban-Funktionäre waren am Sonntag im Austausch gegen den US-Soldaten Bowe Bergdahl nach Katar gebracht worden.

Bergdahl wird in Rheinland Pfalz auf Leben in Freiheit vorbereitet

Nach Angaben der US-Regierung sollen die fünf Ex-Häftlinge in dem Golf-Emirat ein Jahr lang unter strikter Überwachung leben. Die Taliban hatten dagegen mitgeteilt, die Freigelassenen würden mit ihren Familien in Katar „ein normales Leben führen“.

Taliban-Führer Mullah Mohammad Omar, der in Pakistan vermutet wird, nannte den Austausch einen „Sieg“. Die afghanische Regierung setzt sich in ihren Bemühungen um Friedensgespräche mit den Aufständischen seit längerem für die Freilassung von Taliban-Anhängern ein.

Der freigekommene US-Soldat Bergdahl wird derweil weiterhin in Rheinland-Pfalz auf sein Leben in Freiheit vorbereitet. Noch wisse er nicht, wie lange der 28-Jährige im pfälzischen Landstuhl Regional Medical Centre behandelt werde, sagte ein Sprecher des größten Lazaretts der US-Streitkräfte außerhalb der USA am Montag der Nachrichtenagentur dpa. „Wie lange er sich hier aufhält, entscheiden die Ärzte.“

dpa

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