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Polizisten tragen die Leiche des ermordeten Ex-Duma-Abgeordneten

Auf offener Straße erschossen

Kiew und Moskau streiten nach Mord an geflüchtetem Duma-Abgeordneten

Kiew - Warum eskalierte 2014 in der Ukraine die Gewalt? Kiew glaubte, einen wichtigen Zeugen für eine Verwicklung Moskaus zu haben. Doch der russische Ex-Politiker wird ermordet.

Wenige Monate nach seiner Flucht in die Ukraine ist ein abtrünniger russischer Parlamentsabgeordneter in Kiew auf offener Straße erschossen worden. Die Ukraine und Russland schoben sich am Donnerstag mit heftigen Worten gegenseitig die Verantwortung für den Anschlag zu. 

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko sagte: „Der hinterhältige Mord im Zentrum von Kiew an Denis Woronenkow ist ein Akt des Staatsterrorismus von Seiten Russlands.“ Er zog eine Verbindung zu einem Großbrand im Munitionsdepot der ostukrainischen Stadt Balaklija am Donnerstag, bei dem das Militär ebenfalls russische Sabotage vermutet.

Täter kommt ebenfalls ums Leben

Woronenkow galt der ukrainischen Führung als wichtiger Zeuge in einem Verfahren gegen den 2014 gestürzten prorussischen Präsidenten Viktor Janukowitsch. Dieser soll Moskau gebeten haben, angesichts der eskalierenden Massenproteste in der Ukraine einzugreifen.

Der 45-jährige Woronenkow und seine Frau Maria Maksakowa, Opernsängerin und ebenfalls Ex-Abgeordnete, hatten sich im Dezember nach Kiew abgesetzt. Der ehemalige kommunistische Abgeordnete nahm die ukrainische Staatsbürgerschaft an, seine Frau erhielt nach eigener Aussage eine Aufenthaltserlaubnis.

Der mutmaßliche Täter griff den Ex-Dumaabgeordneten vor einem Hotel in der Kiewer Innenstadt an. Bei einem Schusswechsel mit einem Leibwächter wurde er selbst schwer verletzt und starb Stunden später im Krankenhaus, wie die Polizei mitteilte. Der Mann sei ukrainischer Staatsbürger gewesen. Auch der Leibwächter wurde verletzt.

„Strafe des Kreml“ oder „Provokation“ der Ukraine?

„Das war die übliche demonstrative Strafe des Kremls für einen Zeugen“, schrieb der ukrainische Generalstaatsanwalt Juri Luzenko auf Facebook. Kremlsprecher Dmitri Peskow nannte die Vorwürfe gegen Russland absurd. Der Vorfall zeige, dass die ukrainischen Behörden nicht für Woronenkows Sicherheit gesorgt hätten.

Das Außenministerium in Moskau forderte unvoreingenommene Ermittlungen. Der russische Politiker Franz Klinzewitsch warf dem ukrainischen Geheimdienstes SBU vor, mit dem Mord provozieren zu wollen. Es gab aber auch in der Ukraine Kritik an den Sicherheitskräften, die den wichtigen Zeugen nicht abgeschirmt hätten. Generalstaatsanwalt Luzenko sagte, eine Sicherheitsbehörde habe über Woronenkow gewacht.

dpa

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