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Nasenstüber vom Konkurrenten: Rumpeln Christian Ude und Horst Seehofer so zusammen wie hier ihre Nockherberg-Doubles Uli Bauer und Wolfgang Krebs?

Ude gegen Seehofer

Fingerhakeln vor dem bayerischen TV-Duell

München - TV-Duell Nummer zwei: Am Mittwoch treffen die bayerischen Wahlkämpfer Horst Seehofer und Christian Ude aufeinander. Vor der Sendung herrscht Nervosität. Doch was können die 60 Minuten noch ändern?

Die Unterhändler trafen sich in einem Café am Landtag. Ein beschauliches Kaffeekränzchen wurde daraus nicht. Intensiv rangen Vertraute von Horst Seehofer (CSU) und Christian Ude (SPD) mit einer Abordnung des Bayerischen Fernsehens über die Modalitäten des TV-Duells. Erstes Wort Herausforderer, Schlusswort Amtsinhaber, hatte Chefredakteur und Moderator Sigmund Gottlieb in seinen schriftlichen Regularien vorgegeben. So war’s 2008 auch. Udes Leute aber protestierten.

Teilnehmer der Runde in der vergangenen Woche berichten von Wortwechseln teils komödiantischen Charakters – als würde ein Schlusswort Udes den 30- Punkte-Rückstand der SPD in Umfragen noch drehen. Udes Vertraute verlangten demnach anders als vom Sender geplant eine Auslosung der Reihenfolge. „Es geht um faire Rahmenbedingungen“, erzählt ein Ude-Sprecher. Im Bund habe man doch auch gelost. Darauf folgte ein erheiterter Anruf Seehofers bei Gottlieb: „Machen’S alles genau, wie die SPD das will. Ich verzichte auf das erste Wort und das Schlusswort.“ Das wiederum war dem Sender nicht geheuer, heißt es dort.

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Ergebnis der Posse: Einen Tag später mussten sich die Unterhändler erneut treffen, diesmal zum Münzwurf in Gottliebs Büro in Freimann. Fortuna befand: Ude darf anfangen, Seehofer hat das Schlusswort. Wie es von Anfang an geplant war. Und eine Zeitmessung gibt es auch, damit keiner hinterher über Benachteiligung klagt. Nach 20 und 40 Minuten wird jeweils ein Zwischenstand der Zeitanteile eingeblendet. Das Duell in Studio 1 in Unterföhring wird ähnlich streng reglementiert wie das TV-Treffen Merkel–Steinbrück am Sonntag.

Die Aufgeregtheit ließe auf eine knappere Ausgangslage schließen. So beweist sie immerhin: Ude und sein Team nehmen das Duell bitterernst. Der Herausforderer betont zwar, er absolviere kein Training, habe keinen Sparringspartner engagiert. Was keine Sünde wäre, CSU-Kandidat Günther Beckstein ließ sich vor dem ersten TV-Duell Bayerns 2008 gegen Franz Maget (SPD) auch von einem gekauften Fernsehjournalisten trainieren, drei Stunden lang. Um daraus zu lernen, er solle weniger nuscheln. Und Maget gesteht heute, er sei damals „schon sehr nervös“ gewesen. Ude weiß aber, dass das einzige TV-Aufeinandertreffen eine gute Chance ist, Seehofers Vorsprung zumindest zu verringern. Immerhin nahm er zwei Tage Urlaub davor, hielt sich Dienstag und Mittwoch ganz von Terminen frei.

Gewinnen nämlich kann bei den Duellen eher der Herausforderer. „Tendenziell sind die Herausforderer nicht ganz so bekannt, haben also größere Chancen, was zu gewinnen“, sagt der Münchner Medienforscher Carsten Reinemann. Auf Ude treffe das außerhalb Münchens zu.

Spannend wird nun: Wie kämpferisch und aggressiv tritt der sonst eher gelassen und getragen redende Ude auf? Experte Reinemann rät, es gehe bei Ude vor allem um die Mobilisierung der eigenen Anhänger: „Dann ist Angriff durchaus eine gangbare Strategie.“ Er müsse gleichzeitig deutlich machen, was er in einer Dreierkoalition besser machen und überhaupt durchsetzen könne.

Einfacher wird das durch die jüngsten Umfragen allerdings nicht. Der Konkurrenz-Sender Sat1 Bayern hat just zum Duell seine Landtagswahl-Daten vorgestellt und der CSU eine sichere Alleinregierung sogar gegen vier andere Fraktionen prophezeit. Seehofers Partei führt demnach mit 47 Prozent vor SPD (18), Grünen (13) und Freien Wählern (8). Der bisherige Partner FDP (5) wäre nicht mehr für die Regierung nötig.

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Kleine Bosheit der Sat1- Kollegen für den BR: Sie ließen das Institut auch das Interesse am TV-Duell abfragen, das das Bayerische Fernsehen exklusiv überträgt. Nur neun Prozent bekundeten demnach, das Seehofer-Ude-Duell sicher einschalten zu wollen, 54 Prozent lehnten dankend ab.

Das Duell im TV und Radio: Heute, 20.15 Uhr, überträgt der BR eine Stunde lang. Am Donnerstagabend folgt der Dreikampf von Margarete Bause (Grüne), Hubert Aiwanger (Freie Wähler) und Martin Zeil (FDP).

Christian Deutschländer

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