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"Frauenmarsch" - Demonstration

Vorgetäuschter Feminismus? 

Rechter „Frauenmarsch“ in Berlin blockiert - 73 Ermittlungsverfahren

AfD-nahe Demonstranten wollten am Samstag durch Berlin-Kreuzberg marschieren. Auf der Friedrichstraße blockierten Gegendemonstranten ihre Route. Knapp zwei Stunden standen sich die Lager gegenüber.

Update 15.44 Uhr: Hunderte Menschen haben in Berlin-Kreuzberg einen rechten „Frauenmarsch zum Bundeskanzleramt“ blockiert. Bei dem Aufeinandertreffen des Marsches mit Gegendemonstranten sei es am Samstag zu mehreren Straftaten gekommen, teilte die Polizei am Sonntag mit. Bei Rangeleien zwischen Gegendemonstranten und Polizisten wurden sieben Polizisten leicht verletzt, zwei konnten ihren Dienst nicht fortsetzen. Gezielte Angriffe auf Polizisten wie Flaschen- oder Steinwürfe habe es jedoch nicht gegeben.

Insgesamt nahm die Polizei die Personalien von 63 Menschen auf, 13 mussten dafür mit aufs Revier. Die Fahnder ermitteln in Folge des Marsches und der Blockade in 73 Fällen wegen Verstößen gegen das Versammlungsrecht, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, Landfriedensbruch und Körperverletzung.

Nach Absprache mit der Polizei erklärte Bilge den Marsch gegen 18:30 für beendet. Kurz darauf versammelten sich rund 300 Marschteilnehmer vor dem Kanzleramt, um die Abschlusskundgebung doch noch durchzuführen. Erneut gab es eine Gegenveranstaltung, die Polizei musste wieder beide Lager voneinander trennen. Dabei blieb es jedoch relativ ruhig.

Update vom 18. Februar, 13.33 Uhr: Ein von einer AfD-Politikerin initiierter "Frauenmarsch" zum Kanzleramt ist am Samstag in Berlin von Gegendemonstranten gestoppt worden. Wie ein Polizeisprecher mitteilte, stellten sich geschätzte 1.500 Menschen den rund 450 Teilnehmern des "Frauenmarschs" in den Weg. Die AfD habe die Versammlung schließlich aufgelöst.

Später versammelten sich aber noch rund 300 AfD-Anhänger zu der geplanten Abschlusskundgebung vor dem Kanzleramt. Auch dort gab es Zwischenrufe von Gegendemonstranten. Rund 900 Polizisten waren im Einsatz, um die Teilnehmer des "Frauenmarsches" und die Gegendemonstranten auf Abstand zu halten.

Zu dem Marsch hatte die AfD-Politikerin Leyla Bilge aufgerufen. Nach Angaben der Gegendemonstranten waren allerdings "mehr rechte Männer" als Frauen bei dem "Frauenmarsch" vertreten, darunter auch der Gründer des islamfeindlichen Pegida-Bündnisses, Lutz Bachmann. Das Berliner Bündnis gegen Rechts gab die Zahl der Gegendemonstranten mit "mehr als 3.000" an. Unter den Teilnehmern war unter anderem der frühere Grünen-Bundestagsabgeordnete Hans-Christian Ströbele. Insgesamt nahmen an der Gegendemonstration demnach über 30 Initiativen und Verbände teil.

 

Berlin - Mehr als 1000 Menschen haben auf der Berliner Friedrichstraße für längere Zeit eine Demonstration aus dem AfD-Umfeld verhindert. Der von dem AfD-Mitglied Leyla Bilge angemeldete „Frauenmarsch zum Kanzleramt“ stecke seit etwa eineinhalb Stunden auf dem Kreuzberger Teil der Straße fest, sagte ein Polizeisprecher vor Ort am frühen Samstagabend. Die Polizei versuche dem angemeldeten Frauenmarsch, an der sich laut Polizei etwa 400 Menschen beteiligten, einen Weg zu bahnen.

Die Polizei stand mit gepanzerten Einheiten zwischen den beiden Gruppen. Dabei habe die Polizei begonnen, vereinzelt die Identitäten der Gegendemonstranten festzustellen, sagte der Sprecher. Im Anschluss daran könnten einzelne Personen auch in Gewahrsam genommen werden. Auf Videos im Internet waren Rangeleien und Wortgefechte zwischen Gegendemonstranten und Polizisten zu sehen.

Die Blockade angemeldeter Routen ist strafbar

Die Gegendemonstrationen seien zwar inzwischen als solche anerkannt und somit prinzipiell legal, sagte der Sprecher. Die Blockade der angemeldeten Route des Frauenmarsches sei jedoch strafbar.

Bilge, die im vergangenen Herbst etwa bei einer Veranstaltung des Pegida-Bündnisses auftrat, hatte den Marsch angemeldet, um nach eigenen Angaben für Frauenrechte zu demonstrieren. „Wir sind hier in Deutschland im 21. Jahrhundert, es darf keinen Rückfall ins Mittelalter und schleichenden Einführung der Scharia geben“, hieß es auf der Facebook-Seite des Marsches. Die Gegendemonstranten werfen den Initiatoren Rassismus unter dem Deckmantel des Feminismus vor.

Update 19.24 Uhr: „Frauenmarsch“ in Berlin nach Blockaden offiziell beendet

Nach massiven Blockaden ist ein rechter „Frauenmarsch zum Kanzleramt“ in Berlin von den Veranstaltern offiziell für beendet erklärt worden. Rund 900 Gegendemonstranten hatten nach Angaben der Polizei den Marsch am Samstagnachmittag auf der Friedrichstraße für mehrere Stunden blockiert. Die Polizei ging am frühen Abend davon aus, dass Teilnehmer des „Frauenmarsches“ versuchen könnten, in kleineren Gruppen zum Kanzleramt zu gelangen. Sie bezeichnete die Lage als „logistische und sicherheitsmäßige Herausforderung“. Gegen 18.30 Uhr hatten sich beide Demonstrationen auf Höhe des Checkpoints Charlie weitgehend aufgelöst.

dpa


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