Am Flughafen München

Dritte Startbahn: Gegner fordern Verzicht auf Piste

München - Vor der Behandlung ihrer Massenpetition im Landtag haben Gegner einer dritten Startbahn am Münchner Flughafen gefordert, endgültig auf den Bau der Piste zu verzichten.

Es gebe keinen Bedarf für das Projekt, erklärten der Bund Naturschutz (BN) in Bayern und das Aktionsbündnis „AufgeMUCkt“ am Montag in München. „Die Prognosen zu steigenden Flugbewegungen sind grottenfalsch“, sagte der Grünen-Landtagsabgeordnete und Vorsitzende der BN-Kreisgruppe Freising, Christian Magerl. Der BN beruft sich auf ein neues Gutachten der Technischen Universität Chemnitz, dem zufolge die bisherigen Prognosen die tatsächliche Zunahme der Starts und Landungen um rund das Vierfache überschätzt hätten.

Tatsächlich sank die Zahl der Starts und Landungen am zweitgrößten deutschen Flughafen im vergangenen Jahr um vier Prozent. Seit dem Höchsttand 2008 ging die Zahl der Flugbewegungen sogar um etwa 50 000 auf 382 000 zurück. Mit 38,7 Millionen Fluggästen verzeichnete der Airport 2013 aber einen Passagierrekord. Die Betreiber des Flughafens begründen den Rückgang der Starts und Landungen damit, dass die Airlines größere Flugzeuge einsetzen. Durch den Passagierrekord sehen die Betreiber ihre Forderung nach einer dritten Startbahn bestätigt.

Die Startbahngegner hatten ihre Petition mit rund 82 000 Unterschriften bereits vor mehr als einem Jahr im Landtag abgegeben. An diesem Donnerstag befasst sich damit nun der Wirtschaftsausschuss. Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof hatte im Februar die Klagen gegen die Baugenehmigung für die vier Kilometer lange Piste zurückgewiesen. Derzeit prüft das Bundesverwaltungsgericht, ob der Prozess in die nächste Instanz geht. Das Projekt liegt aber wegen des ablehnenden Votums der Münchner bei einem Startbahn-Bürgerentscheid auf Eis.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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