Noch vier Geiseln in der Gewalt

Nervenkrieg nach Geiselnahme in einem Polizeigebäude in Armenien

Eriwan - In der armenischen Hauptstadt Eriwan dauert die Geiselnahme in einem Polizeigebäude an. Die schwer bewaffneten Angreifer haben zwei Männer freigelassen und nun vermutlich noch vier Sicherheitskräfte in ihrer Gewalt, wie die Behörden in der Südkaukasusrepublik am Montag mitteilten.

Örtlichen Medien zufolge sollen sich etwa 25 Geiselnehmer mit einer „großen Anzahl Waffen“ seit Sonntagmorgen in dem Gebäude befinden. Sie fordern die Freilassung des inhaftierten Regierungsgegners Schirajr Sefiljan und den Rücktritt von Präsident Sersch Sargsjan.

Die armenische Polizei erklärte die Forderungen für „unerfüllbar“ und rief die Angreifer zur Aufgabe auf - „solange noch Zeit ist“. Einer der Geiselnehmer sagte, die Gruppe rechne mit einer Erstürmung des Gebäudes. Bei einem Zugriff auf angebliche Sympathisanten der Angreifer nahm die Polizei örtlichen Medien zufolge landesweit Dutzende Menschen fest. Bürgerrechtler kritisierten die Aktion.

Die Angreifer hatten das Eingangstor mit einem Lastwagen durchbrochen und bei einem Feuergefecht einen Polizisten getötet und vier verletzt. Sefiljan war am 20. Juni wegen illegalen Waffenbesitzes festgenommen worden. Er gilt als Galionsfigur der radikalen Gegner von Präsident Sargsjan in der früheren Sowjetrepublik.

Rubriklistenbild: © dpa

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