Umfrage

Geld entscheidet nicht über Kinder

Berlin – Laut einer aktuellen Emnid-Umfrage im Auftrag der „Bild am Sonntag“ macht die große Mehrheit der Deutschen ihre Familienplanung nicht von staatlichen Leistungen abhängig.

Dabei sagen 85 Prozent der 504 Befragten, familienpolitische Leistungen des Staates wie Kinder-, Eltern- oder Betreuungsgeld seien für sie kein Grund, Kinder zu bekommen. Bei Eltern mit Kindern unter 14 Jahren sagen dies sogar 89 Prozent. Nur 11 Prozent bewerten staatliche Zuwendungen als Anreiz.

Am Kindergeld will die Mehrheit der Befragten aber trotzdem festhalten. In der Umfrage sprechen sich 71 % dagegen aus, das Kindergeld abzuschaffen und das Geld stattdessen in Kindertagesstätten und Schulen zu investieren. Nur 21 % wollen dies. 89 % wünschen das Kindergeld weiter ab dem ersten Kind, sieben Prozent sagen, erst mit dem zweiten Kind sollten die monatlich 184 Euro fließen.

Wissenschaftler fordern vom Staat allerdings ein Umdenken in der Familienpolitik: Laut einer Studie sind staatliche Investitionen in Kinderbetreuung zur Familienförderung sinnvoll, das Ehegattensplitting und die beitragsfreie Mitversicherung von Kindern hingegen nicht. Zu diesem Ergebnis kommt eine bislang unveröffentlichte Untersuchung zu Familienleistungen des Staates, die das Institut Prognos für das Familienministerium erstellt hat.

„Das Ehegattensplitting hat kaum Einfluss auf die Realisierung vorhandener Kinderwünsche“, heißt es. Es führe lediglich zu einem Anstieg der Geburtenrate um den Faktor 0,01. Dem stünden Kosten von 20,53 Milliarden Euro im Jahr 2013 gegenüber. Besser bewerteten die Forscher die Ausgaben des Staates für die Kinderbetreuung. Sie würden die Geburtenrate um 0,18 Kinder pro Frau erhöhen. Auch das Kindergeld respektive der Kinderfreibetrag und das Elterngeld kommen in der Studie besser weg. Das Kindergeld sorge bei der Geburtenrate für ein Plus von 0,14; das Elterngeld folgt mit 0,11. Von diesen drei Leistungen gehe eine „messbare Wirkung“ auf die Geburtenzahl aus.

mm

Rubriklistenbild: © dpa

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