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Geldwäscher-Paradies Liechtenstein soll ausgetrocknet werden

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Im Fürstentum Liechtenstein soll es für Geldwäscher künftig schwerer werden, © dpa

Vaduz - Geldwäscher haben es im Fürstentum Liechtenstein nach der Verschärfung von Gesetzen und Vorschriften nicht mehr leicht. Die Zahl der Verdachtsmeldungen, bei denen die Behörden tätig werden, ist stark angestiegen.

Die Zahl der Verdachtsmeldungen wegen Geldwäscherei seien 2009 im Vergleich zum Vorjahr um 24 Prozent auf 235 gestiegen. Dies teilte die zuständige staatliche Aufklärungseinheit für Finanzfragen (Financial Intelligence Unit /FIU) am Mittwoch in Vaduz mit. Immerhin seien 174 Meldungen oder 74 Prozent der Staatsanwaltschaft zur weiteren Bearbeitung übergeben worden.

Unter Geldwäsche versteht man Ein- und Auszahlungen illegaler Geldsummen etwa über Firmenkonten, deren kriminelle Herkunft so verschleiert werden kann.

Knapp 63 Prozent aller Verdachtsmeldungen wurden aufgrund von internen Erhebungen der Finanzbehörden erstattet, erklärte die FIU. Auch gab es Rechtshilfeersuchen anderer Staaten. Zwölf der 15 in Liechtenstein tätigen Banken meldeten einen oder mehrere Verdachtsfälle. Weitere Meldungen erstatteten 44 der 395 zugelassenen Treuhänder.

Die markante Zunahme der Verdachtsmitteilungen sei auf eine konsequente Gesetzgebung, die Sensibilisierung des Finanzplatzes durch eine “Zero-Tolerance“-Politik und nicht zuletzt auf ein sehr effizientes Meldesystem zurückzuführen, sagte der Liechtensteiner Regierungschef Klaus Tschütscher am Mittwoch in Vaduz. Liechtenstein hat sich nach zahlreichen Steuerskandalen, dessen prominentestes Opfer Ex-Postchef Klaus Zumwinkel war, verpflichtet, seine Finanz- und Steuerpraxis internationalen Regeln anzupassen.

dpa

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