Initiative für mehr Kooperation

Reformen: Gabriel will Frankreich helfen

Berlin - "Starkes und dauerhaftes Wirtschaftswachstum wieder herstellen": Laut einem Medienbericht will Wirtschaftsminister Gabriel (SPD) Frankreich mit gemeinsamen Reformen unter die Arme greifen.

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) will nach einem Medienbericht durch ein gemeinsames Forschungsprojekt dem kriselnden Nachbarland Frankreich Argumentationshilfen für Strukturreformen liefern.

Gabriel habe mit seinem französischen Amtskollegen Emmanuel Macron ein Forschungsprojekt in Auftrag gegeben, damit Deutschland und Frankreich Reformen besser gemeinsam angehen und wirtschaftlich umfassender kooperieren können, berichtete "Spiegel Online" am Montag.

Den Auftrag für eine groß angelegte deutsch-französische Studie erhielten dem Bericht zufolge Henrik Enderlein, Chef des Jacques Delors Instituts und Professor an der Hertie School of Governance in Berlin, sowie der Planungschef des französischen Premierministers, Jean Pisani-Ferry. Beide können auf Hilfe der jeweiligen Ministerien zurückgreifen, sie sollen ihre Vorschläge bis Mitte November vorstellen.

"Die aktuelle Lage birgt das Risiko eines verlorenen Jahrzehnts in Europa mit niedrigem Wirtschaftswachstum, hohen Schulden und Arbeitslosigkeit", heißt es laut "Spiegel Online" in einem Brief von Gabriel und Macron an die Forscher. Als die beiden größten Volkswirtschaften in Europa trügen Frankreich und Deutschland eine besondere Verantwortung, um starkes und dauerhaftes Wirtschaftswachstum wieder herzustellen.

Durch das gemeinsame Papier solle der Pariser Reflex überwunden werden, aus Angst vor Wählerunmut Strukturreformen zu scheuen, heißt es in Berlin. Gleichzeitig solle der Eindruck vermieden werden, das Nachbarland belehren zu wollen. Frankreich wird auch im kommenden Jahr die Maastricht-Kriterien klar verfehlen, die EU-Kommission dürfte den französischen Haushaltsvorschlag ablehnen. In Luxemburg beraten am Montag die Euro-Finanzminister unter anderem über Wachstumspolitik.

Die deutsch-französische Studie wird laut "Spiegel Online" drei Kernreformen und Modernisierungsprojekte skizzieren, die beide Länder bis 2017 umsetzen könnten: in Frankreich etwa den Arbeitsmarkt betreffend, in Deutschland die öffentlichen Investitionen. Die Studie solle auch Kooperationsmöglichkeiten umreißen, beispielsweise im Energiesektor oder bei Arbeitsagenturen.

AFP

Rubriklistenbild: © dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Weltweit Millionen junge Arbeitslose
Genf (dpa) - Weltweit sind nach einer neuen UN-Analyse 70,9 Millionen junge Menschen zwischen 15 und 24 Jahren arbeitslos. Das entspricht einer Quote von 13,1 Prozent, …
Weltweit Millionen junge Arbeitslose
Kommentar: Ende mit Schrecken
Nach dem Erdbeben der Sonntagnacht steht Berlin unter Schock. Das System Merkel wankt.Ein Kommentar von Merkur-Chefredakteur Georg Anastasiadis.
Kommentar: Ende mit Schrecken
CDU Niedersachsen stimmt Koalitionsvertrag mit SPD zu
Auch die CDU hat dem Vertrag zur Bildung der großen Koalition in Niedersachsen zugestimmt. Sie plant nach einer selbstkritischen Wahlkampfanalyse die Neuaufstellung. Nun …
CDU Niedersachsen stimmt Koalitionsvertrag mit SPD zu
Mehrheit ist für Neuwahlen, Umfrageschelte für FDP
Knapp die Hälfte der Bundesbürger befürwortet nach dem Scheitern der Jamaika-Verhandlungen Neuwahlen. Die FDP erntet für das Verlassen der Sondierungen Kritik.
Mehrheit ist für Neuwahlen, Umfrageschelte für FDP

Kommentare