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Russlands Truppen „am Ende“? Experten sehen Putin bereits vor großer Richtungs-Entscheidung

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Von: Linus Prien

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Die russischen Truppen sollen sich neu gruppiert haben und sich auf den Osten der Ukraine konzentrieren. Militär-Experten sehen Wladimir Putin vor einer schweren Entscheidung.

Kiew - Die Regierung der Ukraine hat die Einwohner der Ostukraine wegen einer befürchteten russischen Großoffensive zum sofortigen Verlassen der Region aufgerufen. Russland hatte sich zuletzt aus dem Raum Kiew und der Nordukraine zurückgezogen und angekündigt, sich im Ukraine-Konflikt auf den Osten und Süden des Landes konzentrieren zu wollen.

Ziel der russischen Armee ist es offenbar, eine Landbrücke zwischen der besetzten Krim-Halbinsel und den pro-russischen Separatistengebieten im Donbass zu schaffen. Experten hinterfragen jedoch Zustand der russischen Truppen in der Ukraine - und vermuten, dass Russlands Armee immense Verluste erlitten hat.

Ukraine-Krieg: Russland soll massive Verluste in der Ukraine erlitten haben

Die Ukrainer im Osten des Landes müssten „jetzt“ ihre Region verlassen: Andernfalls riskierten die Menschen dort zu sterben, erklärte Vize-Regierungschefin Iryna Wereschtschuk auf Telegram am Mittwoch. Die Stadt Sewerodonezk nahe der Front - die am weitesten im Osten gelegene Stadt, die noch von der ukrainischen Armee gehalten wird - geriet am Mittwoch unter anhaltenden Beschuss.

Nach Experteneinschätzungen könnten 20 der circa 120 Bataillonskampfgruppen, die Russland in der Ukraine eingesetzt hat, komplett aufgerieben sein. Das berichtete die Welt. Zudem sollen weitere Bataillonskampfgruppen aufgrund massiven Verlusten an Fahrzeuge, Kriegsgerät und Soldaten verloren haben ohne umfangreiche Unterstützung nicht mehr einsatzfähig sein.

„Die russischen Streitkräfte haben Verluste jenseits jeglicher Vorstellungskraft hinnehmen müssen, manche Schätzungen gehen von 10 bis 15 Prozent aus, ich würde eher von 30 bis 50 Prozent der Kampftruppen an der Front ausgehen“, sagte Mark Hertling, ehemaliger Oberbefehlshaber der US-Armee in Europa, der Welt zufolge.

Ukraine-Krieg: Nach Nato-Einschätzungen seien 40.000 russische Truppen kampfunfähig

Wie das Wallstreet Journal berichtete, werden nach Nato-Einschätzungen bereits 40.000 russische Soldaten in der Ukraine vermisst, wurden getötet, verwundet oder in Gefangenschaft genommen. Die Truppen, die weiterhin einsatzfähig sind, könne man nicht ohne weiteres zu neuen Gruppen zusammenfügen: „Das ist nicht wie in einem Computerspiel oder dem Strategiespiel Stratego, diese Kräfte verlassen nicht einfach ein Gebiet, um in einem anderen zu kämpfen“, schrieb Hertling.

Zudem habe der anhaltende Krieg den russischen Truppen zugesetzt. „Physische, mentale und emotionale Faktoren haben ihre Spuren hinterlassen.“, so Hertling. Er fügte hinzu: „Diese Truppen sind meiner Ansicht nach am Ende“

Ukraine-Krieg: Kommt eine russische „Generalmobilmachung “?

Auch der Militärstratege und Russlandexperte Michael Kofman wies auf den beeinträchtigten Zustand der russischen Armee hin. Das russische Militär habe alles zusammengezogen: „Da ist nun kaum noch etwas übrig, was man hinschicken kann, über die Bataillone hinaus, die vor Kurzem angekommen sind, um die Offensive im Donbass zu unterstützen“, sagte der Experte, wie die Welt berichtete.

Um eine große Offensive im Donbass zu starten, benötige es eine Generalmobilmachung der russischen Armee. Das widerspräche jedoch der russischen Propaganda, dass es sich in der Ukraine um eine „Spezialoperation“ handle und nicht um einen Krieg. Den Einschätzungen der Militärexperten zufolge steht der russische Präsident Wladimir Putin also vor der Entscheidung, mit seinem Narrativ des Ukraine-Kriegs zu brechen oder eine geschwächte Armee für eine Großoffensive in der Ostukraine einzusetzen. (lp/AFP)

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