Das Strafrecht soll nach Willen der großen Koalition verschärft werden: Die Genitalverstümmelung junger Migrantinnen soll effektiver bekämpft werden (Symbolbild).
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Das Strafrecht soll nach Willen der großen Koalition verschärft werden: Die Genitalverstümmelung junger Migrantinnen soll effektiver bekämpft werden (Symbolbild).

Genitalverstümmelung: Strafrecht wird verschärft

Berlin - Die Große Koalition will härter gegen Genitalverstümmelungen junger Migrantinnen vorgehen. Union und SPD haben sich dazu auf eine Verschärfung des Strafrechts verständigt.

Diese Änderung soll am (morgigen) Donnerstag im Bundestag beschlossen werden, wie die “Neue Osnabrücker Zeitung“ am Mittwoch berichtete.

Demnach können Beschneidungen von Mädchen und jungen Frauen künftig lebenslang verfolgt werden. Bisher gilt für die entsprechenden Straftatbestände eine Verjährungsfrist von zehn Jahren. “Wir müssen das grausame Ritual der Beschneidung von Mädchen effektiver bekämpfen.

Es darf nicht länger sein, dass Täter wegen Lücken im Strafrecht davonkommen“, sagte SPD -Fraktionsvize Fritz Rudolf Körper der Zeitung. Nach Einschätzung der Frauenrechtsorganisation Terre des Femmes (TdF) leben gegenwärtig rund 20.000 Mädchen und Frauen ausländischer Herkunft in Deutschland , die Opfer von Genitalverstümmelungen sind, schreibt das Blatt. Mindestens 5.000 Migrantinnen seien zudem gefährdet, einem solchen Eingriff noch unterzogen zu werden.

Nach TdF-Angaben dürften die tatsächlichen Zahlen noch darüber liegen, weil illegale Einwanderer und Migranten mit deutscher Staatsangehörigkeit in der Statistik nicht berücksichtigt würden. Bei der Genitalverstümmelung handelt es sich um sehr schmerzhafte und nicht selten tödliche Eingriffe an den weiblichen Sexualorganen.

Beschneidungen von Mädchen sind vor allem in vielen Ländern Afrikas, auf der arabischen Halbinsel und in Teilen Asiens verbreitet.

AP

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