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Der ehemalige Außenminister Hans-Dietrich Genscher hat sich für einen Neubeginn der Beziehungen zu Russland ausgesprochen.

Ukraine-Krise

Genscher für Neubeginn der Beziehungen zu Russland

Berlin - Der ehemalige Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher (FDP) hat sich vor dem Hintergrund des Ukraine-Konflikts für einen Neuanfang in den Beziehungen zu Moskau ausgesprochen.

Angesichts von Bedrohungen wie der durch die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) seien die gemeinsamen Interessen mit Russland "erheblich größer" als die Differenzen, sagte Genscher der "Bild am Sonntag". Russland sei "noch immer eine Großmacht" und eine der beiden dominierende Atommächte auf der Welt, welche "die Stabilität in diesem Bereich garantieren". Er könne daher nachvollziehen, wenn Moskau auf einen "Dialog auf Augenhöhe" bestehe.

Das Vorgehen des russischen Präsidenten Wladimir Putin in der Ukraine sei "natürlich nicht akzeptabel", sagte Genscher. Es gehe aber um die "Gestaltung einer stabilen multipolaren Weltordnung".

Putin habe sich in einer Rede im Bundestag während seiner ersten Amtszeit als Präsident den Vorschlag einer gesamteuropäischen Freihandelszone zu eigen gemacht. Hätte die EU Putin beim Wort genommen, hätte Moskau auf das Thema EU-Mitgliedschaft der Ukraine ganz anders reagiert, sagte der frühere Bundesaußenminister. Die EU sollte Putins Bereitschaft zu einer Freihandelszone neu aufnehmen, forderte Genscher.

Der FDP-Ehrenvorsitzende sagte der Zeitung, dass er aus gesundheitlichen Gründen nicht an den Feierlichkeiten zum 25-jährigen Jubiläum des Mauerfalls am Sonntag in Berlin teilnehmen könne. Er sei erst kürzlich wegen eines Brustwirbelbruchs in der Bonner Universitätsklinik operiert worden. Nach Informationen der "BamS" ist Genscher seit einigen Tagen wieder zu Hause und absolviert er ein langwieriges Reha-Programm. Fliegen dürfe er bis auf weiteres nicht.

AFP

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