George W. Bush (R) zusammen mit seinem Vater George H.W. Bush (l.) bei der feierlichen Einweihung der George W. Bush Presidential Library auf dem Campus der Southern Methodist University in Dallas
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George H.W. Bush mit seinem Sohn George W. Bush in Dallas, Texas, 25. April 2013

Der 41. Präsident der Vereinigten Staaten

George Bush: Leben und Karriere des US-Präsidenten

George Bush führte ein beeindruckendes Leben auf jeder Ebene

  • George Bush war der jüngste Pilot bei der US-Navy
  • Er war zudem der Direktor der CIA
  • Historische Bedeutung erlangte er während des Zusammenbruchs der Sowjetunion und der Wiedervereinigung Deutschlands

George Herbert Walker Bush (*12.6.1924, †30.11.2018) wurde in Milton, Massachusetts geboren. Er war ein US-amerikanischer Politiker und Mitglied der Republikanischen Partei. Er wurde zum 41. Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika gewählt und bekleidete das Amt von 1989 bis 1993. George Bush folgte den politischen Ambitionen seines Vaters und gab diese auch an seine eigenen Kinder weiter. Er war der Vater des 43. US-Präsidenten George W. Bush (*6.7.1946) und des ehemaligen Gouverneurs von Florida, Jeb Bush (*11.2.1953). Die Familie Bush zählt auch heute noch zu den einflussreichsten Familien Amerikas.

George Bush – Frühes Leben und Familie

George Bush wuchs als zweitältestes von fünf Kindern in Greenwich, Connecticut auf. Er wurde in eine einflussreiche und wohlhabende Familie hineingeboren. Sein Vater, Prescott Sheldon Bush (*15.5.1895, †8.10.1972), war Senator in Connecticut und Geschäftsführer der Wall-Street-Bank Brown Brothers Harriman. Seine Mutter, Dorothy Walker Bush (*1.7.1901, †19.11.1992), stammte aus einer angesehenen Banker-Familie. George Bush besuchte die renommierte Phillips Academy in Andover, Massachusetts und machte dort im Juni 1942 seinen High-School-Abschluss. Kurz vor seinem 19. Geburtstag trat er der US-Navy bei und war dort offiziell der jüngste Pilot. Seine Laufbahn bei der Navy war von verschiedenen Luftkämpfen während des zweiten Weltkrieges geprägt und er bekam diverse Auszeichnungen für seine Einsätze. 1943 erhielt er eine Beförderung zum Lieutenant Junior Grade, bevor er nach der Kapitulation Japans 1945 ehrenhaft entlassen wurde. Im selben Jahr heiratete George Bush die New Yorkerin Barbara Pierce (* 8.6.1925, †17.4.2018). Zusammen bekamen sie sechs Kinder und die Ehe hielt 73 Jahre, bis seine Frau am 17. April 2018 im Alter von 92 Jahren verstarb.

George Bush und sein politischer Werdegang

Nach seinem Einsatz im zweiten Weltkrieg absolvierte George Bush ein Studium der Wirtschaftswissenschaften an der Yale University. Dank eines speziellen Programms machte er seinen Abschluss in der Hälfte der vorgegebenen Zeit. Die Familie Bush war nicht nur politisch etabliert, sondern auch sehr erfolgreich im Ölgeschäft und mithilfe seines Vaters gründete George Bush 1953 die Ölbohrfirma Zapata Oil. 1962 wurde er schließlich Vorsitzender der Republikanischen Partei in Harris County, Texas. 1964 kandidierte er erfolglos für den Senat, wurde dafür aber 1966 als Abgeordneter für Texas in das Repräsentantenhaus gewählt. Mit der Unterstützung von Präsident Richard Nixon (*9.1.1913, †22.4.1994) kandidierte er 1970 erneut für den Senat, scheiterte aber wie schon zuvor. Nixon ernannte Bush daraufhin 1971 zum Botschafter der Vereinigten Staaten bei den Vereinten Nationen. Dieses Amt hatte er bis 1973 inne, um dann von 1974 bis 1975 die Leitung des Verbindungsbüros der USA in China zu übernehmen. Im Anschluss daran fungierte George Bush von 1976 bis 1977 als Direktor der CIA.

George Bush und die Vizepräsidentschaft

George Bush bewarb sich 1980 als Präsidentschaftskandidat für die Republikaner. Allerdings konnte Ronald Reagan (*6.2.1911, †5.6.2004) die Mehrheit für sich verzeichnen und bot Bush daraufhin an, mit ihm als Running Mate zu kandidieren. Gemeinsam gewannen sie die Wahl. Bush war es als Vizepräsident wichtig, dem amtierenden Präsidenten in erster Linie beratend und vor allem loyal zur Seite zu stehen. Er wollte sich nicht auf dessen Kosten profilieren und demonstrierte das auch klar, als er nach dem Attentat auf Reagan 1981 für kurze Zeit seine Vertretung antrat und sich weigerte, den Präsidenten für amtsunfähig zu erklären. Dieses Ereignis trug dazu bei, dass sich zwischen den beiden eine Freundschaft entwickelte. In seiner Funktion als Vizepräsident nahm Bush diverse offizielle Termine im Ausland wahr, unter anderem die Trauerfeier im Kreml für den sowjetischen KPdSU-Generalsekretär Juri Andropow (*15.6.1914, †9.2.1984). Reagan und Bush wurden 1984 für eine zweite Amtszeit wiedergewählt. Während dieser Amtsperiode traf George Bush als erster ranghoher Vertreter der USA den neu aufgestellten Generalsekretär Michail Gorbatschow (*2.3.1931).

George Bush als Präsident der USA

1988 stellte sich George Bush erneut als Präsidentschaftskandidat für die Republikaner zur Wahl und bekam die Mehrheit. Er versprach, sich als Präsident für Steuersenkungen einzusetzen. Gemeinsam mit dem Vize-Kandidaten Dan Quayle (*4.2.1947) gewann er die Wahl und wurde am 20. Januar 1989 als 41. Präsident der USA vereidigt. Bei der Amtseinführung sprach Bush einige Themen und Zielen seiner kommenden Amtszeit an:

  • Er forderte eine Haushaltskonsolidierung, um Defizite auszugleichen
  • Er versprach erneut, die geplanten Steuersenkungen durchzusetzen
  • Er betonte seine Bereitschaft, überparteilich zu regieren
  • Er mahnte die Bevölkerung zu Einigkeit und Respekt untereinander
  • Er wies auf die Wichtigkeit sozialer Gerechtigkeit hin
  • Er beschrieb den Wegfall der „totalitären Ära“ in der Weltpolitik

Die Durchsetzung von Steuersenkungen und Haushaltskürzungen erwies sich jedoch als schwierig, und so einigten sich Bush und der Kongress 1990 auf einen Kompromiss. Durch einen drohenden Government Shutdown kam es nun doch zu Steuererhöhungen. Dieser Kompromiss sorgte für viel Kritik. George Bush unterzeichnete 1990 den Americans with Disabilities Act und brachte so ein Gesetz über das Diskriminierungsverbot von Menschen mit Behinderungen auf den Weg. Auch umweltpolitisch machte er seinen Einfluss geltend und 1992 wurde der Clean Air Act verabschiedet.  

George Bush und die Außenpolitik

Durch seine politische Laufbahn und die Zeit als Vizepräsident besaß George Bush bereits außenpolitische Erfahrung. Nur wenige Monate nach seiner Vereidigung sah er sich mit dem chinesischen Tian’anmen-Massaker konfrontiert. Bush entschied sich trotz gegenläufiger Meinung im eigenen Land dazu, die chinesisch-amerikanischen Beziehungen um jeden Preis aufrechtzuerhalten. In Bezug zum Ende des Kalten Krieges durch Gorbatschows Reformpolitik hingegen waren George Bush und sein Sicherheitsberater Brent Scowcroft (*19.3.1925, †6.8.2020) wesentlich vorsichtiger mit ihrer Einschätzung der Situation. Bush kündigte an, zu einer wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit der Sowjetunion bereit zu sein, allerdings nur auf der Grundlage von substanziellen Reformen. Auch als im November 1989 die Berliner Mauer fiel, äußerte sich Bush zunächst zurückhaltend. Es galt, eine Demütigung der Sowjetunion in dieser besonderen Situation zu vermeiden. Er traf sich im Dezember 1989 zu einem Gipfeltreffen mit Gorbatschow. Bush befürwortete die Wiedervereinigung Deutschlands unter der Voraussetzung, dass Deutschland in der NATO bleibe. Im Mai 1990 wurde eine Einigung erzielt, bei der das vereinigte Deutschland hinsichtlich seiner Bündniszugehörigkeit souverän sein sollte.

Die Gedenkstätte der Berliner Mauer

George Bush und Militäroperationen

Mit der Militäroperation Operation Just Cause gegen Panama im Dezember 1989 sorgte George Bush dafür, dass der diktatorische Machthaber Manuel Noriega (*11.2.1938, †29.5.2017) verhaftet und in das Bundesgefängnis von Florida gebracht wurde. Als der irakische Diktator Saddam Hussein (*28.4.1937, †30.12.2006) im August 1990 Kuwait überfiel, entsandte Bush mit der Operation Desert Shield Truppen nach Saudi-Arabien, um Kuwait zu befreien. Er handelte damit gegen den Rat der britischen Premierministerin Margaret Thatcher (*13.10.1925, †8.4.2013). Nachdem Irak eine von den Vereinten Nationen gesetzte Frist zum Rückzug bis zum 15. Januar 1991 verstreichen ließ, führte Operation Desert Storm Luftschläge aus. Daraufhin stimmte Irak am 28. Februar 1991 den Bedingungen der Vereinten Nationen zu. Die Luftschläge wurden eingestellt und George Bush und seine Berater entschieden sich gegen eine Weiterführung des Krieges. Damit entschieden sie sich auch gegen die Möglichkeit, Bagdad einzunehmen und zu besetzen. Ihre ursprünglichen Hoffnungen auf einen Sturz Saddam Husseins in der Zeit nach dem Krieg bestätigten sich nicht.

George Bush und das Ende seiner Präsidentschaft

Während George Bush für seine Leistungen in der Außenpolitik geschätzt und geachtet wurde, setzte sich innerhalb der USA immer mehr der Eindruck fest, dass er sich politisch zu weit von den Problemen seines eigenen Landes entfernte. Diesen Umstand machte sich der Demokrat Bill Clinton (*19.8.1946) während des Präsidentschaftswahlkampfes 1992 zunutze und gewann mit seinem Fokus auf die Wirtschaftspolitik die Wahl zum 42. US-Präsidenten. Nach Beendigung seiner Amtszeit blieb George Bush auch weiterhin außenpolitisch aktiv. Für seine Verdienste erhielt er verschiedene Auszeichnungen, darunter die Sonderstufe des Großkreuzes des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschlands und den Henry-Kissinger-Preis. Seine freundschaftliche Beziehung zu Deutschland führte er fort. 1999 wurde Bush Ehrenbürger von Berlin und hielt im selben Jahr zum zehnten Jahrestag des Mauerfalls eine Rede im Deutschen Bundestag. 2008 eröffnete er an der Seite von Angela Merkel (*17.7.1954) den Neubau der US-Botschaft in Berlin. Barack Obama (*4.8.1961) verlieh ihm am 15. Februar 2011 die Presidential Medal of Freedom. George Bush verstarb am 30. November 2018 in Houston, Texas. Er wurde 94 Jahre alt.

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