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Gerd Müller (CSU) vor seiner Abreise im Bundestag.

Er besucht Kenia, Tansania und Dschibuti

Gerd Müller in Afrika: "...sonst kommen die Probleme zu uns"

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München/Nairobi - Gerd Müller ist am Sonntag zu einer großen Afrika-Reise gestartet. Er fordert: mehr Interesse am Schicksal des Kontinents.

Wer direkt in Krisenregionen investiert, wo jeder Euro zigfach wirkt, der erspart sich eine Menge Probleme. Das predigt Gerd Müller (CSU) immer wieder. Am Sonntag ist der Bundesentwicklungsminister aus Bayern zu einer Reise nach Ostafrika aufgebrochen. Experten sehen angesichts des rasanten Bevölkerungswachstums und gleichzeitiger Armut von Subsahara-Afrika in den kommenden Jahren und Jahrzehnten möglicherweise große Flüchtlingsbewegungen ausgehen.

„Wenn wir nicht mehr Engagement und Interesse am Schicksal Afrikas zeigen, werden sich viele Afrikaner auf den Weg nach Europa machen“, prophezeit auch Müller. Er besucht die Länder Kenia, Tansania und Dschibuti. Kenia und Tansania gelten als Stabilitätsanker in der Region, auch wenn sie selbst mit Problemen wie Armut und Korruption kämpfen. Beide Länder unterstützt Deutschland im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit, etwa bei Projekten zur Entwicklung der Landwirtschaft oder zur Stärkung des Gesundheitssystems.

Somalia ist der Krisenherd im Osten Afrikas

Kenias Nachbar Somalia ist dagegen seit mehr als zwei Jahrzehnten der Krisenherd im Osten des Kontinents. Kenianische Soldaten kämpfen im Nachbarland gegen die islamistische Al Shabaab-Miliz, in Kenia verüben Terroristen immer wieder Anschläge. Zudem leben in Kenia mehr als 660.000 Flüchtlinge, die meisten aus Somalia oder Süd-Sudan. Allein im Flüchtlingscamp Dadaab nahe der Grenze zu Somalia leben 350.000 Menschen. Es gilt als das größte Flüchtlingslager der Welt. Der Minister plant bei seiner Reise einen Besuch.

In Tansania lebt fast ein Drittel der Menschen unterhalb der nationalen Armutsschwelle. Und das trotz anhaltenden Wirtschaftswachstums. Der starke Bevölkerungszuwachs schluckt den Fortschritt. Die junge Generation in Afrika habe jedoch ein Recht auf Zukunft und Perspektiven, sagt Müller. Oft würden zudem die Chancen viel zu wenig beachtet, die in den 54 Ländern des Kontinents lägen, wenn es gelinge, sich mit denjenigen zu verbünden, die Afrika nicht ausbeuten, sondern eine erfolgreiche Zukunft entwickeln wollten.

„Wir können noch mehr als bisher in Bildung investieren, wirtschaftliche Impulse setzen und eine fairen Handel ankurbeln“, sagt der Minister. Denn: „Solche Investitionen sind auch Investitionen in unsere Zukunft.“ Und: „Wenn wir nicht Teil der Lösung der Probleme Afrikas sind, kommen die Probleme zu uns.“

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