Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) sitzt am 10. April in Monrovia (Liberia) bei der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit auf einem Motorrad.

Radio veralbert CSU-Politiker

Minister Müllers bayerisches Englisch wird Reggae-Lied

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München - Gerd Müller hat sich mit einer Rede blamiert. Nicht inhaltlich, sondern mit seiner bayerischen Art, Englisch zu sprechen. Ein Moderator hat daraus ein Reggae-Lied produziert.  

Gerd Müller (CSU) macht einen Job, für den er im Vergleich zu anderen Bundesministern zugegeben wenig Aufmerksamkeit bekommt. Er ist Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Doch jetzt hat er nach seiner Rede beim Global Citizen Earth Day in Washington die volle mediale Aufmerksamkeit. Dieser Tag erinnert daran, dass der Kampf gegen Hunger und Armut in der Welt noch nicht gewonnen ist.  

Denn Müller hat sich am 18. April ein enges T-Shirt mit dem Aufdruck "End Poverty" über sein weißes Hemd und die Krawatte gezogen und hat in bayerischem Englisch zu den 270.000 Besuchern gesprochen.

Er begrüßt die Menge mit einem gestammelten "Ei wott ei wott ei Barty" (W as für eine Party). "Ei äm wis ju. Sis is än wärri äckzeiting Moment." (Ich unterstütze euch. Dies ist ein aufregender Moment.) Er spricht euphorisch davon, dass "wia oal liffing in uan Wölt" (wir leben alle in einer Welt) und versichert: "Ei laff ju oal" (Ich liebe euch alle).

Gerd Müller als YouTube-Star zu bezeichnen, ist ein bisschen verfrüht. Aber in dem Auftritt des Entwicklungsministers steckt Entwicklungspotential. Der Moderator des Radiosenders 1Live, Michael Imhof, hat ein Reggae-Lied mit O-Tönen des Ministers produziert und auf YouTube hochgeladen.  

Müllers "Ei laff ju oal" inspiriert Moderator für eine Reggae-Version

User machen sich über Müller lustig, twittern, dass sie sich für ihn fremdschämen und vergleichen sein mieses Englisch mit dem von Lothar Matthäus.

Doch Müller nimmt die hämischen Kommentare über seine bayerische Art der englischen Aussprache locker. „Die Botschaft kommt offensichtlich an – und darüber freue ich mich“, sagte er am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

Eine Mitarbeiterin einer Organisation, die Hunger und Armut in der Welt bekämpfen will, sagte laut dpa: "Erst fand ich es ein bisschen peinlich, aber dann habe ich mir gedacht, was soll's, der ist wenigstens echt, und eine Welt ohne Hunger, das wollen wir ja schließlich auch."

Der CSU-Mann "fromm Tschörmänni" hat es auf jeden Fall geschafft, dass seine Botschaft gehört wird.

sah

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