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Gerda Hasselfeldt und Katrin Albsteiger.

Hasselfeldt und Albsteiger

CSU tritt mit Frauen-Spitze an

München - Die CSU hat in einer Kampfabstimmung ihre Bundestagskandidaten gereiht. Offizielle Spitzenkandidatin ist Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt. Knapp setzte sich für die hinteren Plätze die Chefin der JU, Katrin Albsteiger, durch.

Mit 98,7 Prozent kürten die Delegierten Gerda Hasselfeldt zur Listenführerin. Sie ist jetzt offiziell Spitzenkandidatin. Der 62-Jährigen folgen Innenminister Hans-Peter Friedrich, Verkehrsminister Peter Ramsauer, Generalsekretär Alexander Dobrindt und Marlene Mortler. Sie werde Politik machen, um den Menschen zu dienen, versprach Hasselfeldt sichtlich gerührt.

Spannender war die Kampfabstimmung für die hinteren Plätze. Die ersten "Netto"-Listenplätze können Kandidaten ohne Direktmandat in den Bundestag bringen. Um diese Plätze wurde seit Wochen hinter den Kulissen intensiv gerungen, mitunter auch mit anonymen Vorwürfen in E-Mails an die Presse. Parteichef Horst Seehofer rief seine CSU, ohne auf diese Vorgänge einzugehen, zu "Gelassenheit" auf.

Den ersten Netto-Platz sicherte sich die Landeschefin der Jungen Union, Katrin Albsteiger. Die 29-Jährige versprach der Mutterpartei "klare Kante, Teamwork und eine unüberhörbare JU im Wahlkampf". Die CSU habe junge Kandidaten "immer unterstützt, anders als die Grünen, die immer die gleichen Alt-68er aufstellen". Bis zuletzt konnten selbst erfahrene CSU-Strategen nicht aussagen, ob Albsteiger den Spitzenplatz bekommen würde. Mit einem knappen Vorsprung von 144:119 verwies Albsteiger die Spitzenkandidatin der Frauen-Union, Barbara Lanzinger (58) auf den Netto-Platz 2. Lanzinger hielt eine sehr wertebewusste Rede. Seehofer gratulierte Albsteiger merklich erfreut. "Die sind voll im Schuss, diese Truppe."

Ob weitere reine Listenkandidaten den Sprung in den Bundestag schaffen werden, gilt als unsicher, aber möglich. Auf die Plätze 3 bis 8 wählten die Delegierten in einem Block die Frauen-Unions-Kandidatin Silke Launert, Oberbayerns JU-Chef Tobias Zech, den Landwirt Artur Auernhammer, Matthäus Strebl (Senioren-Union), Reiner Meier (CSA) und Bernd Fabritius für die Arbeitsgemeinschaft der Vertriebenen. Gerade diese Posten waren heftig umkämpft. Vor allem die JU hatte intern massiv Druck gemacht, um Zech weit vorne zu platzieren - das ist nun, wohl auch dank einer leidenschaftlichen Rede, gelungen. Im Frauen-Block für die Netto-Plätze 9 bis 13 setzten sich Astrid Freudenstein, Julia Bartz aus Maitenbeth, Gudrun Zollner, Iris Eberl und Manuela Olhausen durch.

CD

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