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Zur Feier seines 70. Geburtstags in St. Petersburg begrüßte Gerhard Schröder Ende April seinen Freund Wladimir Putin mit einer herzlichen Umarmung. Der Altkanzler wirbt jetzt dafür, den Dialog mit Moskau weiter zu suchen.

"Dialog schließt Kritik nicht aus"

Schröder wirbt um Vertrauen zu Moskau

Rostock - Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder hat dafür geworben, den Dialog mit Russland trotz des fortwährenden Ukraine-Konflikts zu suchen. Es gehe weiter darum, um ein friedliches Europa zu ringen, so Schröder.

„Nur so kann Vertrauen entstehen, das derzeit fehlt“, sagte Schröder am Mittwoch in Rostock auf dem Russland-Tag der Landesregierung Mecklenburg-Vorpommerns, einem Wirtschaftstreffen mit mehr als 400 Teilnehmern vornehmlich aus Mecklenburg-Vorpommern und dem Gebiet rund um St. Petersburg. Solche Treffen könnten zu einem neuen Brückenschlag zwischen Deutschland und Russland führen.

Allerdings schließe ein Dialog Kritik nicht aus. „Kritik gehört zu einem sachlichen Austausch von Meinungen dazu“, betonte Schröder. Er mahnte die Politik, weiter um ein friedliches Europa zu ringen. „Es ist uns - und da schließe ich meine Amtszeit ausdrücklich mit ein - nicht gelungen, eine stabile Friedens- und Sicherheitsstruktur in Europa zu schaffen“, sagte er.

Russlands Botschafter Wladimir Grinin beklagte eine rückläufige Entwicklung der Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und Russland. Der Warenumsatz im ersten Halbjahr 2014 habe sich um 6,5 Prozent verringert, sagte Grinin. Insbesondere der deutsche Export nach Russland ist demnach betroffen. Im Juli sei der Export um 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat gefallen. Über das ganze Jahr gesehen könnte der Export um bis zu 25 Prozent sinken. Nach den Sanktionen des Westens wegen der Rolle Russlands im Ukraine-Konflikt hat Moskau seinerseits einen Importstopp für eine Reihe von Produkten aus der EU angeordnet.

Als problematisch bezeichnete Grinin das Schwinden des gegenseitigen Vertrauens. In den vergangenen Jahren sei eine privilegierte Zusammenarbeit aufgebaut worden. Dieses Vertrauen wieder herzustellen, sei wesentlicher schwerer als nur die ökonomischen Wunden zu behandeln.

dpa

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