Bluttat vor Neuraum: Polizei fasst weitere Täter

Bluttat vor Neuraum: Polizei fasst weitere Täter
+
Beate Zschäpe, die Hauptangeklagte im Prozess gegen die rechtsextreme Terrorgruppe NSU.

NSU-Prozess

Richter: Zu Zschäpes Antrag noch nicht entschieden

München - Im NSU-Prozess hat es am Montag vorerst keine Entscheidung über den Antrag der Hauptangeklagten Beate Zschäpe gegeben, ihre drei Pflichtverteidiger auszuwechseln.

Das Oberlandesgericht München gab lediglich bekannt, dass die nächste Sitzung am Dienstag später beginnen solle als geplant. Wie eine Sprecherin sagte, war offen, ob der Vorsitzende Richter Manfred Götzl in der Sitzung dann eine Entscheidung bekannt geben wird.

In der vergangenen Woche hatte Zschäpe überraschend dem Gericht über einen Polizisten mitteilen lassen, dass sie ihren drei Pflichtverteidigern nicht mehr vertraue. Zschäpe reichte am Freitag dazu ergänzend eine schriftliche Begründung nach. Ob diese ausreicht, ihren Wunsch nach neuen Verteidigern durchzusetzen, war unklar. Die rechtlichen Hürden für einen Wechsel der Pflichtverteidiger gelten als äußerst hoch.

Das OLG teilte mit, dass zum Inhalt von Zschäpes Antrag keine Angaben gemacht werden können. Es handle sich um einen nichtöffentlichen Verfahrensteil, der höchstpersönliche Umstände des Verhältnisses der Angeklagten zu ihren Verteidigern betreffe und daher nicht öffentlich gemacht werden könne.

Für die nächste Sitzung am Dienstag lud das Gericht zwei für den Vormittag vorgesehene Zeugen wieder ab und verschob den Sitzungsbeginn von 09.30 Uhr auf 13.00 Uhr. Zwei für den Dienstagnachmittag geplante Zeuginnen sollen dem Gericht zufolge aber wie vorgesehen aussagen. Auch die beiden nächsten Termine am Mittwoch und am Donnerstag sollen laut Gericht stattfinden.

Falls Zschäpes Wunsch stattgegeben wird, müssten sich neue Pflichtverteidiger zunächst einarbeiten. Angesichts der Fülle der Akten zu dem Verfahren ist offen, wie lange sie dazu benötigen.

Zschäpe soll mit den 2011 durch Suizid ums Leben gekommenen Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos die Terrorzelle Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) gebildet haben. Dieser werden unter anderem zehn Morde und zwei Bombenanschläge angelastet, das Tatmotiv soll Ausländerhass gewesen sein.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Fünfeinhalb Jahre Haft für Islamist Lau
Einer der bekanntesten deutschen Islamisten, Sven Lau, ist als Terrorhelfer verurteilt worden. Das Düsseldorfer Oberlandesgericht zeigt sich nach zehn Monaten …
Fünfeinhalb Jahre Haft für Islamist Lau
Salafistenprediger Sven Lau muss fünfeineinhalb Jahre in Haft
Das Oberlandesgericht Düsseldorf hat am Mittwoch den bundesweit bekannten Salafistenprediger Sven Lau zu einer Haftstrafe von fünfeinhalb Jahren verurteilt.
Salafistenprediger Sven Lau muss fünfeineinhalb Jahre in Haft
Bundesanwaltschaft untermauert massive Vorwürfe gegen Zschäpe
Mehr als vier Jahre Beweisaufnahme komprimiert in einem 22-Stunden-Plädoyer: Im NSU-Prozess legt die Bundesanwaltschaft nun äußerst detailliert dar, warum sie Beate …
Bundesanwaltschaft untermauert massive Vorwürfe gegen Zschäpe
Hamas bleibt vorerst auf EU-Terrorliste
Luxemburg (dpa) - Die EU kann nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) ihre Strafmaßnahmen gegen die radikal-islamische Hamas bis auf Weiteres aufrecht …
Hamas bleibt vorerst auf EU-Terrorliste

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion