+
Erdogans Protzpalast ist vom Gericht für illegal erklärt worden.

Protzbau illegal

Gericht erklärt Erdogans Palast zum Schwarzbau

Ankara - Das oberste Verwaltungsgericht der Türkei hat den umstrittenen Palast von Präsident Recep Tayyip Erdogan offiziell zum Schwarzbau erklärt.

Wie mehrere türkische Medien am Dienstag berichteten, verwarfen die Verwaltungsrichter einstimmig die grundsätzliche Baugenehmigung für den Palast. Die zuständige Denkmalschutzbehörde hatte den Bau des riesigen Komplexes mit seinen 1100 Zimmern auf einem geschützten Gelände in der Hauptstadt Ankara erlaubt.

Im vergangenen Jahr hatte ein untergeordnetes Gericht in Ankara einen Baustopp des Palastes angeordnet. Die Denkmalschutzbehörde änderte daraufhin eine ursprüngliche Entscheidung zugunsten des Palastes so ab, dass der Bau trotz der Gerichtsentscheidung möglich wurde. Nun aber urteilte der Verwaltungsgerichtshof nach einer Klage der Architektenkammer Ankara, die Denkmalbehörde habe mit der Genehmigung gegen geltendes Recht verstoßen.

Erdogans Palast ist unter anderem wegen seiner hohen Kosten umstritten. Der Bau des auf einer Fläche von mehr als 200.000 Quadratmetern errichteten Gebäudes kostete den türkischen Steuerzahler rund eine halbe Milliarde Euro. Kritiker werfen Erdogan deshalb Prunksucht vor. Der Präsident spricht dagegen von einem Amtssitz, der für ein bedeutendes Land wie die Türkei angemessen sei.

Unklar blieb, ob das Urteil Konsequenzen haben wird.

AFP/dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

May entgeht im britischen Parlament Schlappe in Sachen Zollunion
Die britische Premierministerin Theresa May ist im Parlament nur knapp einer Schlappe in Sachen Zollunion nach dem Brexit entgangen.
May entgeht im britischen Parlament Schlappe in Sachen Zollunion
Obama warnt vor „Politik der Angst“
Ex-US-Präsident Barack Obama hat sich bei einem seiner seltenen öffentlichen Auftritte besorgt über die aktuelle weltpolitische Lage geäußert.
Obama warnt vor „Politik der Angst“
Nach Abschiebe-Chaos um Sami A.: Nächster umstrittener Fall entdeckt
Am Freitag wurde der frühere mutmaßliche Bin-Laden-Leibwächter Sami A. abgeschoben - trotz gerichtlichen Verbots. Horst Seehofer gerät auch hier unter Druck. Alle …
Nach Abschiebe-Chaos um Sami A.: Nächster umstrittener Fall entdeckt
Abschiebung von Sami A. hat parlamentarisches Nachspiel
Ging bei der Abschiebung des Islamisten Sami A. nach Tunesien alles mit rechten Dingen zu? Das will jetzt auch der Düsseldorfer Landtag klären. Grünen-Chef Habeck hat …
Abschiebung von Sami A. hat parlamentarisches Nachspiel

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.