Nordkorea droht mit dem Abschuss von US-Kampfjets

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Der US-amerikanische Journalist Glenn Greenwald in München: Er bekommt den Geschwister-Scholl-Preis für sein Buch "Die globale Überwachung".

Gleen Greenwald in München

Snowden-Vertrauter bekommt Geschwister-Scholl-Preis

München - Der Journalist und Snowden-Vertraute Glenn Greenwald wird in diesem Jahr mit dem Geschwister-Scholl-Preis ausgezeichnet. Er erhält den Preis auch für seinen Mut.

Westliche Demokratien höhlen nach Ansicht des US-Journalisten Glenn Greenwald (47) unter dem Deckmantel der Terrorbekämpfung die Bürgerrechte immer weiter aus. „Demokratie wird so zu einer Illusion, einem reinen Symbol, einem Witz“, sagte der diesjährige Träger des Geschwister-Scholl-Preises am Montag in München vor seiner Auszeichnung für sein Buch „Die globale Überwachung“. Er hoffe, dass Auszeichnungen wie der Geschwister-Scholl-Preis für ihn auch andere Menschen ermutigten, Missstände aufzuzeigen.

„Als engagierter Jurist und leidenschaftlicher Journalist warnt Glenn Greenwald vor einem mächtigen Überwachungsapparat, der unsere Privatsphäre zu zerstören und die Grundlagen der Demokratie zu untergraben droht“, hieß es in der Jury-Begründung. Greenwald habe großen Mut bewiesen, als er sich entschloss, mit Whistleblower Edward Snowden zusammenzuarbeiten. „Er verkörpert damit das überzeugende zeitgenössische Beispiel eines couragierten Bürgers, der sich gemeinsam mit anderen und ohne Rücksicht auf persönliche Nachteile für das Recht auf ungehinderte Berichterstattung, freie Meinungsäußerung, individuelle Freiheit und die notwendige Kontrolle staatlicher Macht einsetzt.“

Preis mit 10.000 Euro dotiert

„Sogar in unseren wildesten Träumen hätten wir nicht auf diese Auswirkungen gehofft“, sagt Greenwald über das, was Edward Snowdens Enthüllungen weltweit ausgelöst haben. Zwar sei kein NSA-Verantwortlicher zur Rechenschaft gezogen worden - der Druck auf Internetfirmen, die Daten von Nutzern zu schützen, sei aber gewachsen und viele Menschen seien sich des Risikos heute deutlicher bewusst.

Greenwald hatte als Journalist des britischen „Guardian“ die Enthüllungen des Ex-NSA-Mitarbeiters Snowden veröffentlicht. Er ist damit einer der wichtigsten Journalisten hinter den NSA-Enthüllungen. Snowden vertraute ihm und der Dokumentarfilmerin Laura Poitras sein Archiv geheimer NSA-Dokumente an.

Der mit 10.000 Euro dotierte Preis erinnert an Hans und Sophie Scholl, die ihren Widerstand gegen das NS-Regime mit dem Leben bezahlt hatten. Zu den Preisträgern zählten in den vergangenen Jahren unter anderem Otto Dov Kulka, Andreas Huckele (Pseudonym Jürgen Dehmers), Liao Yiwu, Joachim Gauck, Roberto Saviano, David Grossman und Anna Politkovskaja.

Greenwald zieht positive Bilanz

Trotz diverser Turbulenzen zieht Greenwald eine positive Bilanz für das erste Jahr seiner Enthüllungs-Plattform „The Intercept“. „Natürlich ist es hart, etwas ganz Neues zu beginnen. Es gab Fehler und Schwierigkeiten, aber wir haben auch großartigen Journalismus produziert“, sagte der Vertraute von Whistleblower Edward Snowden im Interview der Deutschen Presse-Agentur in München.

Erst Mitte November war bekanntgeworden, dass das im Februar gegründete Medium der Snowden-Vertrauten Greenwald und Laura Poitras seinen Chefredakteur John Cook verliert. Cooks Abgang war der zweite Rückzug eines wichtige Journalisten von dem Medienprojekt innerhalb weniger Wochen. Ende Oktober kehrte bereits der bekannte Reporter Matt Taibbi dem Medienhaus „First Look“ den Rücken, zu dem auch „The Intercept“ gehört.

Dass „The Intercept“ von dem Ebay-Mitgründer Pierre Omidyar finanziert wird, der 250 Millionen Dollar zur Verfügung stellte, bereut Greenwald nicht. „Ich sehe einfach keine Alternative dazu.“ Journalismus solle Regierungen kontrollieren. „Und dafür muss er finanziell gut ausgestattet sein. Und dafür wiederum braucht man nun einmal Menschen mit viel Geld“, sagte er. „Es gibt keinen reinen Weg und die einzige Frage ist, ob die Geldquelle die journalistische Integrität kompromittiert. In unserem Fall ist die Antwort: Ganz klar nein! Darum halte ich das überhaupt nicht für einen Fehler.“

dpa

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