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Karl-Theodor zu Guttenberg tauchte bei der Sicherheitskonferenz auf.

Frühere Unionspolitiker

Guttenberg & Co.: Die Gestrauchelten rappeln sich auf

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München - Motiv: Heimweh? Am Freitag konspirieren in einem Schlösschen ehemalige CSU-Größen. Auch anderen früheren Unions- Leuten wird nachgesagt, sich wieder in die Politik einbringen zu wollen. Erfolgschancen: mäßig.

Bei Karl-Theodor zu Guttenberg scheint es sich um eine Art Hausgespenst der CSU zu handeln. Er erscheint ab und zu wie aus dem Nichts, verschwindet lautlos, manchmal lässt er es auch rumpeln, ohne sich zu zeigen. Ende 2011 wurde er auf den Fluren des Brüsseler Parlamentsgebäudes gesehen, 2012 kursierten Schnappschüsse mit längeren Haaren, 2013 spukte nur sein Name über einen Parteitag, 2014 tauchte seine Gestalt plötzlich auf der Münchner Sicherheitskonferenz auf.

Nun steht eine neue Sichtung unmittelbar bevor, standesgemäß auf einem Schloss. Am Freitagnachmittag ist der ehemalige Verteidigungsminister Veranstalter und prominentester Gast eines CSU-Treffens im niederbayerischen Neufahrn. Guttenberg, der Europapolitiker Manfred Weber und Ex-Finanzminister Georg Fahrenschon haben diskret junge Abgeordnete und Mitarbeiter „zum Diskutieren und Nachdenken“ auf eine Klausur eingeladen.

Drei Dutzend sagten zu. Diskutiert und nachgedacht wird in der CSU aber schon vorab über die banale Frage: Warum? Nicht wenige in der Partei sehen in der ungewöhnlichen Klausur den Versuch Guttenbergs und Fahrenschons, mit Hilfe des gut verdrahteten Duz-Freundes Weber ihr CSU-Netzwerk zu pflegen und sich auf eine Rückkehr vorzubereiten.

„Das spricht schon für ausgeprägtes Heimweh“, heißt es bei Ex-Kollegen, die Guttenberg freundlich gesinnt sind. Sein selbstgewähltes Exil an der Ostküste der USA ist für den Oberfranken zwar ruhig, auf Dauer aber wohl nicht erfüllend – er hat Sendungsbewusstsein als Außenpolitiker gerade in einer CSU, die auf diesem Gebiet nur noch wenige Experten hat. Dass er mit einer Listenkandidatur für den Bundestag 2017 liebäugele, wird in der Partei gemunkelt. Steine in den Weg legen würde man ihm wohl nicht, auch wenn Parteichef Horst Seehofer öffentlich mehr Demut vom 43-Jährigen verlangt.

Anders ist die Sache bei Fahrenschon (47). Ihm wurde der abrupte Wechsel zum Sparkassenverband in Berlin verübelt. Auch dort gibt es interne Widerstände gegen den Oberbayern. Offene Türen für den Rückweg, so machten jüngst mehrere hohe Parteifreunde in aller Schärfe klar, finde er nicht. Der Kreisvorsitz in München-Land wird gerade ohne ihn neu vergeben. Zu seiner Schlösschen-Teilnahme äußern will sich Fahrenschon nicht. „Anfragen bitte an Manfred Weber. Der ist der Organisator“, teilt er per SMS mit. Doch der sagt nichts. So wie der Rest der nicht eingeladenen Parteispitze: Ein sehr hoher Ehemaliger gab intern die Devise „nicht mal ignorieren“ aus.

Dabei könnte mehr dahinterstecken, als der Parteiführung lieb ist. „Wenn man sich schon in einem solchen Kreis zusammensetzt, dann hat das nicht den Sinn, nur miteinander zu quatschen“, meint der Politikwissenschaftler und CSU-Kenner Heinrich Oberreuter. Man könne das Treffen als Versuch verstehen, die festgefahrene Diskussion um Seehofer, Söder und Aigner aufzubrechen. „Es könnte sein, dass so eine Initiative die personalpolitische Tektonik der Partei ins Wanken bringt“, sagt Oberreuter.

Mit einem Treffen ist es dabei nicht getan. Der Rückweg in die Politik ist steinig. Ihn schlagen aber derzeit mehrere Unions-Politiker ein. Auch der Ex-CDU-Fraktionschef Friedrich Merz meldet sich mit dosierten Auftritten aus der selbst gewählten Politik-Pause (nach dem Zerwürfnis mit der Merkel-Politik) zurück. Unter anderem besuchte der 59-Jährige eine CSU-Klausur in Kreuth, vermied aber Kritik an der Union. Für Merz scheint es wohl zu genügen, ab und zu etwas zu sagen: Finanziell lukrativ ist die Berufspolitik für den erfolgreichen Anwalt nicht.

Eine Frage der Ehre ist es ohne Zweifel für Christian Wulff. Der Ex-Bundespräsident, tief gefallen und doch juristisch vom Vorwurf der Vorteilsnahme freigesprochen, tritt wieder häufiger auf: bei einer Kundgebung gegen Antisemitismus, bei einer Mahnwache für Toleranz, sogar als offizieller deutscher Vertreter bei einem Staatsakt in Saudi-Arabien. Merkel persönlich ebne Wulff den Weg, berichtet die „Welt“, sie halte engen Kontakt. Wulff jedoch macht sich keine Illusionen über die Dauer des Rückwegs: „Ich werde wohl noch ein paar Jahre brauchen, bis sich das normalisiert.“

Von Christian Deutschländer und Til Huber

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