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Der blutige Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan flammt auf.

Südkaukasus

Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan: 30 Tote

Eriwan/Baku - Der blutige Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan flammt wieder auf. Die beiden Ex-Sowjetrepubliken streiten seit Jahrzehnten um das Gebiet Berg-Karabach im Südkaukasus.

Die Südkaukasusrepubliken Aserbaidschan und Armenien haben sich gegenseitig die Schuld an einer militärischen Eskalation mit mehr als 30 Toten im Gebiet Berg-Karabach gegeben. Das aserbaidschanische Verteidigungsministerium berichtete am Samstag von 18 Getöteten in den eigenen Reihen. Auf armenischer Seite kamen nach vorläufigen Angaben zwölf Militärangehörige ums Leben, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Behördenkreisen in der Hauptstadt Eriwan erfuhr. Beide Seiten schätzten die Verluste des Gegners weitaus höher ein.

Das überwiegend von christlichen Armeniern bewohnte Gebiet Berg-Karabach gehört völkerrechtlich zum muslimisch geprägten Aserbaidschan, hat sich aber Anfang der 1990er Jahre in einem Krieg mit fast 30 000 Toten von Baku losgesagt. Eine seit 1994 geltende Waffenruhe ist extrem brüchig. Die Führung in Baku hat mehrfach gedroht, das abtrünnige Gebiet zurückzuerobern.

Aserbaidschan und Armenien schieben sich gegenseitig die Schuld zu

Aserbaidschanische Truppen hätten eine Offensive mit Panzern und Artillerie gestartet, teilte das armenische Verteidigungsministerium mit. Die Armee habe dabei einen aserbaidschanischen Kampfhubschrauber vom Typ Mi-24 abgeschossen und mehrere Panzer und Drohnen zerstört.

Aserbaidschan wies die Vorwürfe zurück. Die Streitkräfte hätten auf massive Angriffe von armenischer Seite reagiert, teilte das Verteidigungsministerium mit. Auch Wohngebiete seien beschossen worden. Die Armee habe einige strategisch wichtige Punkte besetzt.

Die sogenannte Minsk-Gruppe der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), die in dem Konflikt vermittelt, verurteilte die Eskalation. Für Dienstag sei ein Treffen geplant, teilte US-Botschafter James Warlick von der Minsk-Gruppe mit. Zu dem OSZE-Gremium gehören unter anderem Russland, die USA, Deutschland, Frankreich und die Türkei.

Frank-Walter Steinmeier ruft beide Länder zur Vernunft

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier rief beide Seiten auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. „In diesem Konflikt kann es keine militärische Lösung geben“, teilte der Minister mit.

Der russische Präsident Wladimir Putin mahnte Armenien und Aserbaidschan zur Zurückhaltung. Russland sieht sich als Schutzmacht Armeniens und hat Tausende Soldaten in dem Land mit rund drei Millionen Einwohnern stationiert. Der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu sowie Chefdiplomat Sergej Lawrow führten mit ihren Amtskollegen in den Hauptstätten Eriwan und Baku Krisentelefonate.

Nach Darstellung beider Seiten dauerten die Kämpfe am Samstagnachmittag an. Der armenische Präsident Sersch Sargsjan wollte sich am Abend mit seinem nationalen Sicherheitsrat treffen.

Die Behörden in Berg-Karabach berichteten von zwei getöteten Kindern. Erstmals seit Beginn des Waffenstillstands habe Aserbaidschan eine derart umfassende Offensive gestartet, an der auch die Luftwaffe beteiligt war, hieß es aus der Gebietshauptstadt Stepanakert.

dpa

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