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Nach der Hinrichtung eines Islamistenführers ist es in Bangladesh zu gewalttätigen Ausschreitungen gekommen.

Gewalttätige Proteste nach Hinrichtung

Dhaka - Seit Wochen kommt es in Bangladesch zu Gewaltausbrüchen. Die Hinrichtung eines Islamistenführers hat die Wut der Opposition auf die Regierung weiter verschärft.

Einen Tag nach der Hinrichtung des Kriegsverbrechers und Islamistenführers Abdul Kader Mullah sind seine Anhänger am Freitag in Bangladesch mordend und brandschatzend durch die Straßen gezogen. Aktivisten der islamistischen Oppositionspartei Jamaat- e-Islami erschlugen nach Polizeiangaben im Distrikt Satkhira im Süden des Landes zwei Menschen. Im ganzen Land beschädigten Randalierer Regierungsgebäude, Geschäfte und Häuser von Angehörigen der hinduistischen Minderheit. Zahlreiche Gebäude gingen in Flammen auf.

Jamaat-Anhänger meinen, die Hinrichtung Mullahs sei politisch motiviert gewesen. Regierungschefin Sheikh Hasina hatte zur Aufarbeitung des Krieges von 1971 Tribunale eingerichtet - dabei landeten viele ihrer politischen Gegner vor Gericht.

Mehr als ein Halbes Dutzend Männer wurden in diesem Jahr bereits zu Todesstrafen oder lebenslangen Haftstrafen verurteilt, weil sie Kriegsverbrechen begangen haben sollen. Mullah, stellvertretender Generalsekretär der Jamaat-e-Islami, die gerade auch von Wahlen ausgeschlossen wurde, wurde als erster erhängt.

Partei-Aktivisten riefen einen landesweiten Transport-Stillstand aus. Um ihn durchzusetzen, entfernten sie drei Behelfsbrücken auf der Straße zwischen der Hauptstadt Dhaka und dem wichtigsten Hafen in Chittagong im Südosten des Landes. Andere wichtige Straßen wurden mit Baumstämmen blockiert. Mehr als 100 Fahrzeuge, die dennoch unterwegs waren, wurden in Brand gesetzt. Das Haus eines der Richter der Tribunale wurde mit Benzinbomben angegriffen.

Die Hinrichtung Mullahs verschlimmerte die tiefe politische Spaltung in dem südostasiatischen Land. Derzeit können sich die regierende Awami-League von Hasina und die Opposition rund um die Erzrivalin Khaleda Zia nicht auf eine Übergangsregierung einigen. Diese ist aber nötig, um im Januar wie geplant zu wählen. Alle Vermittlungsversuche der Vereinten Nationen scheiterten bislang.

dpa

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