Nach Berliner Entscheidung

Gewerkschaft der Polizei: Freilassung von Gefährder demotivierend

Die Berliner Gewerkschaft der Polizei hat die Freilassung eines als gefährlichen geltenden Islamisten kritisiert. Der Mann wurde wegen mutmaßlichen Drogenhandels festgehalten, kam aber wegen zu langer Untersuchungshaft auf freien Fuß.

Berlin - „Demotivierender kann es natürlich für die Kolleginnen und Kollegen draußen auch nicht sein“, sagte Gewerkschaftssprecher Benjamin Jendro am Mittwoch in der RBB-„Abendschau“.

Das Berliner Kammergericht hatte Haftbefehle gegen drei Islamisten wegen bandenmäßigen Drogenhandels aufgehoben, weil die U-Haft zu lange dauerte. Normalerweise dürfen nicht mehr als sechs Monate zwischen Haftbefehl und Eröffnung des Hauptverfahrens liegen. Nur einer der Männer kam aber auf freien Fuß, die anderen sitzen weiter in Haft, weil gegen sie auch die Bundesanwaltschaft ein Verfahren führt.

Der Prozess gegen das Trio am Landgericht soll im Januar beginnen. Der späte Prozessbeginn „beruht letztlich auf der Belastung der Jugendkammer und damit auf der defizitären Ausstattung der Justiz mit personellen und sächlichen Mitteln“, hatte der „Tagesspiegel“ diese Woche eine Gerichtssprecherin zitiert.

dpa

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