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Der Krieg ins Syrien dauert schon seit 2011 an.

Syrien-Krieg

Nach Giftgas-Angriff: Opfer in Klinik bombardiert - Über 50 Tote

Damaskus - Laut Aktivisten ist im Syrien-Krieg Giftgas eingesetzt worden. Nach der Attacke bombardierten Angreifer die Klinik, in der die Überlebenden untergekommen waren.

Bei einem Luftangriff mit Giftgas sind im Nordwesten Syriens Aktivisten zufolge mindestens 58 Menschen getötet worden, darunter elf Kinder. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte meldete am Dienstag aus dem Ort Chan Scheichun zudem Dutzende Verletzte. Das Krankenhaus , in dem die Opfer des vermuteten Giftgasangriffes behandelt wurden, ist unter Beschuss genommen worden. Wie ein AFP-Reporter berichtete, schlug eine Rakete am Eingang der Klinik in der Stadt Chan Scheichun ein und zerstörte Teile des Gebäudes. Im Inneren der Klinik kämpften Ärzte um das Überleben zahlreicher Opfer. Bei dem zuvor erfolgten Luftangriff seien zahlreiche Menschen in Ohnmacht gefallen, hätten sich erbrochen und Schaum vor dem Mund gehabt. Der Zustand vieler Verletzter sei ernst.

Flugzeuge hätten am Morgen mehrere Angriffe geflogen, berichteten Aktivisten. Sie machten für die Bombardierung Jets der syrischen Luftwaffe verantwortlich. Auch die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini sagte, dass die Regierung Assad den Angriff zu verantworten habe. Die weisen jedoch jede Schuld von sich.

Die russischen Streitkräfte haben ebenfalls jegliche Verantwortung für den mutmaßlichen Gift-Angriff zurückgewiesen. In der betroffenen Region um die Stadt Chan Scheichun habe die russische Luftwaffe keinerlei Bombenangriffe geflogen, teilte das Verteidigungsministerium am Dienstag in Moskau mit. 

Arzt berichtet in einem Video

In einem Video berichtete ein Arzt, es habe einen sehr schweren Angriff mit Giftgas gegeben. Es gebe in seiner Klinik drei Patienten mit eindeutigen Symptomen eines Giftgaseinsatzes. Auf Bilden waren zahlreiche Leichen zu sehen. Aufnahmen zeigten, wie Verletzte mit Sauerstoffmasken behandelt wurden. Chan Scheichun liegt im Süden der Provinz Idlib, die von unterschiedlichen Rebellengruppen kontrolliert wird.

Die Menschenrechtsbeobachter sitzen in England, stützen sich bei ihren Angaben aber auf ein Netzwerk von Informanten in Syrien. Ihren Angaben haben sich als zuverlässig erwiesen.

Eigentlich gilt in dem Bürgerkriegsland seit Ende des vergangenen Jahres eine von Russland und der Türkei ausgehandelte Waffenruhe. Diese ist jedoch brüchig. Ausgenommen von der Waffenruhe sind die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) und die Al-Kaida-nahe Organisation Tahrir al-Scham. Diese ist besonders in der Provinz Idlib stark.

Opposition rief zu sofortiger Sitzung von UN-Sicherheitsrat auf

Syriens Opposition rief den UN-Sicherheitsrat zu einer sofortigen Sitzung und Ermittlungen auf. Die in Istanbul ansässige Syrische Nationale Koalition forderte Maßnahmen, damit die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen würden.

UN-Ermittler hatten Syriens Regierung im März vorgeworfen, in den vergangenen Monaten im Kampf um die Stadt Aleppo und andernorts Chlorgas eingesetzt zu haben. Ein Bericht der Untersuchungskommission des Menschenrechtsrates sprach von mindestens fünf Chlorgas-Angriffen regierungstreuer Kräfte seit Anfang dieses Jahres.

Bereits 2013 waren östlich der Hauptstadt Damaskus bei Angriffen mit Giftgas rund 1400 Menschen getötet worden. Die Opposition und der Westen machten dafür Syriens Regierung verantwortlich. Diese stimmte danach zu, alle Giftgasvorräte zu vernichten. Chlor fiel jedoch nicht unter das Verbot, weil es für zivile Zwecken benötigt wird.

dpa/AFP

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