Gleichstellungsbericht

Frauen arbeiten oft mehr – für weniger Geld

Frauen arbeiten oft mehr und verdienen trotzdem weniger als Männer: Das ist das Ergebnis des Zweiten Gleichstellungsberichts der Bundesregierung.

Berlin – Am Mittwoch wurde der Gleichstellungsbericht im Kabinett verabschiedet. „Bei der Verteilung von Belastungen und Chancen zwischen den Geschlechtern geht es in unserer Gesellschaft immer noch ungerecht zu", erklärte Bundesfrauenministerin Katarina Barley (SPD). Bei der Gleichstellung habe sich zwar viel verbessert, „aber wir sind längst noch nicht am Ziel".

Laut der Einschätzung der Sachverständigenkommission, die für den Zweiten Gleichstellungsbericht ein Gutachten anfertigt hat, haben Frauen und Männern in Deutschland immer noch „ungleiche Verwirklichungschancen". Auch die bezahlte und unbezahlte Arbeit sei weiterhin ungleich verteilt. Demnach bringen Frauen deutlich mehr Zeit für unbezahlte Tätigkeiten im Haushalt und für die Familie auf als Männer, nämlich im Durchschnitt 87 Minuten täglich.

Gleichzeitig erzielten sie – sowohl pro Stunde als auch im Verlauf ihres Lebens - weniger Lohn. Um diese Schieflage messbar zu machen, entwickelte die Kommission eine neue Kennzahl, den "Gender Care Gap". Dieser liegt dem Bericht zufolge derzeit bei 52,4 Prozent, was bedeutet, dass Frauen „gut anderthalbmal so viel Zeit für Care-Arbeit" aufwenden wie Männer.

Die Sachverständigen empfehlen deshalb, die notwendigen Rahmenbedingungen dafür zu schaffen, dass bezahlte und unbezahlte Arbeit in Familie und Gesellschaft gerecht zwischen Frauen und Männern verteilt wird. Wichtige Schritte bei der Verbesserung der Gleichstellung sind der Bundesregierung zufolge etwa die Aufwertung sozialer Berufe und die "Schaffung weiterer Spielräume zugunsten von Familien für mehr Zeitsouveränität".

Der Zweite Gleichstellungsbericht setzt sich aus dem Gutachten der Sachverständigenkommission und der Stellungnahme der Bundesregierung zusammen. Der Erste Gleichstellungsbericht war 2011 vorgelegt worden.

AFP

Rubriklistenbild: © dpa

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