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Michael Glos, Ex-Wirtschaftsminister.

"Nicht das Format zum Kanzler"

Glos rechnet mit Seehofer ab

Berlin – Zum Abschied ein Tritt für den Chef: Ex-Minister Michael Glos (CSU) hat zum Ende seiner Zeit im Bundestag mit dem Parteivorsitzenden Horst Seehofer abgerechnet.

Er habe nicht das Format zum Kanzler, machte Glos im „Spiegel“ unter anderem deutlich. Anders als mit Franz Josef Strauß 1980 und mit Edmund Stoiber 2002 habe die CSU „derzeit leider keine so überragende Persönlichkeit, die dafür infrage käme“.

Das Verhältnis von Glos und Seehofer gilt seit langem als zerrüttet. Als Bundeswirtschaftsminister war Glos Anfang 2009 überraschend und frustriert zurückgetreten. Er fühlte sich unverstanden von Seehofer, der hinter den Kulissen längst nach einem anderen Minister suchte. Zu Glos’ Verabschiedung jüngst aus der Politik war Seehofer nicht einmal eingeladen. „War er nicht eingeladen?“, spottet Glos nun im „Spiegel“, „jedenfalls hätte er nicht gestört.“ Dass Seehofer sage, nichts von der Verwandtenaffäre geahnt zu haben, kommentiert Glos ebenfalls höhnisch: „Offensichtlich ist er in Bayern nur allmächtig, aber nicht allwissend.“

Als Wahlziel für den Landtag gibt der 68-jährige Franke die absolute Mehrheit aus. Das hänge davon ab, ob Seehofer allein die verlorenen Stimmen in Oberbayern zurückhole.

cd

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