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Der frühere sowjetische Staatspräsident Michail Gorbatschow vor dem Brandenburger Tor in Berlin. Foto: Bernd von Jutrczenka/Archiv

Gorbatschow erhält Kieler Weltwirtschaftspreis

Michail Gorbatschow, früherer Sowjetpräsident, wird in Kiel mit dem Weltwirtschaftspreis geehrt - und lässt vor einer Eskalation der Konflikte in Europa warnen.

Kiel (dpa) - Bei der Verleihung des Kieler Weltwirtschaftspreises an den früheren Sowjetpräsidenten Michail Gorbatschow hat dessen Berater Alexander Likhotal vor einer Eskalation in Europa gewarnt.

Gorbatschow (83) hatte den Termin im Kieler Rathaus aus Gesundheitsgründen abgesagt. "Russland und die Nato spielen zurzeit ein riskantes Spiel", sagte Likhotel. Den Ersten Weltkrieg (1914-1918) habe auch niemand angestrebt. Imperialismus und Nationalismus seien wieder zurück.

Der Präsident des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW), der US-Amerikaner Prof. Dennis Snower, mahnte zur Lösung globaler Probleme wie Klimawandel, Ressourcenknappheit oder Terrorismus ein globales Wertegerüst an. Europa, die USA, Russland und die großen Schwellenländer seien aber nicht auf dem Weg dorthin. Gorbatschows Appell von 1989, die Doktrin der Abschreckung durch eine Doktrin der Zurückhaltung zu ersetzen, sollte wieder aufgegriffen werden.

Das IfW, die Stadt Kiel und die IHK Schleswig-Holstein würdigen mit dem Preis Vordenker einer weltoffenen und marktwirtschaftlichen Gesellschaft. Geehrt wurden neben Gorbatschow diesmal der Chef von General Electric und US-Präsidentenberater Jeffrey Immelt (59), das im Umweltschutz aktive US-Unternehmerpaar Kristine (64) und Douglas Tompkins (71) (Esprit, The North Face) sowie der zyprisch-britische Wirtschaftsnobelpreisträger Sir Christopher A. Pissarides (67).

Informationen des IfW zur Vergabe des Weltwirtschaftspreises

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