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Spurensuche am Tatort von 2007. An der hier sichtbaren Backsteinmauer, wurde nun auf Archivmaterial der NSU-Schriftzug entdeckt.

ARD-Doku zum Polizistenmord von Heilbronn

Gravierender Fehler bei NSU-Ermittlungen aufgedeckt?

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Heilbronn - Zehn Jahre nach dem Mord an der Polizistin Michèle Kiesewetter in Heilbronn deckt nun eine ARD-Dokumentation einen schwerwiegenden Ermittlungsfehler auf.

Am 25. April 2007 wurde die damals 22-jährige Polizistin Michèle Kiesewetter während ihres Bereitschaftsdienstes auf der Heilbronner Theresienwiese durch einen gezielten Kopfschuss getötet. Ihr Kollege Martin A. wurde ebenfalls schwer verletzt, überlebte jedoch die Tat. Obwohl anhand seiner Erinnerungen ein Phantombild angefertigt werden konnte, tappten die Ermittler jahrelang im Dunkeln, was den oder die Täter sowie ein mögliches Motiv angeht. Erst im Jahr 2011 konnte die Tat dem „Nationalsozialistischen Untergrund“ (NSU) zugeordnet werden.

Gravierender Ermittlungsfehler enthüllt?

Jetzt aber enthüllt die ARD-Dokumentation „Tod einer Polizistin – Das kurze Leben der Michèle Kiesewetter“ (Montag, 22.45 Uhr, ARD), dass die Ermittler damals womöglich ein sehr wichtiges Detail übersehen haben. Das berichtet die dpa in Berufung auf die Bild-Zeitung. Bei der Sichtung von Archivmaterial des SWR habe man an einer Backsteinmauer direkt am Tatort die drei gesprayten Buchstaben „NSU“ entdeckt. Da die Aufnahmen bereits am Tag des Mordes entstanden, ist also davon auszugehen, dass die beiden Killer, Uwe Mundlos (38) und Uwe Böhnhardt (34), am Tatort ihr makaberes Autogramm hinterließen. Doch kann das sein?

Erst nach dem Selbstmord der beiden Terroristen im Jahr 2011 konnte der Polizistenmord der NSU zugeordnet werden. Die Dienstwaffen der beiden Opfer wurden in Erfurt in dem ausgebrannten Wohnmobil der beiden Täter gefunden. Damit klärte sich auch die lange Serie der sogenannten „Dönermorde“ auf, die ebenfalls dem NSU-Kommando um Mundlos und Böhnhardt zugeordnet wurden. Beate Zschäpe, die ebenfalls Mitglied des NSU gewesen sein soll und derzeit in München vor Gericht steht, sagte in ihrem Porzess aus, Mundlos und Böhnhardt sei es bei dem Mord einzig und allein um die später entwendeten Dienstwaffen der beiden Polizisten gegangen.

Anzeichen „absichtlich“ übersehen? 

Der baden-württembergische Landtagsuntersuchungsausschuss zur rechtsextremen Terrorzelle NSU unter der Leitung von Wolfgang Drexler (SPD) sowie die Bundesanwaltschaft, wollen den Spuren am Tatort und dem neu entdeckten Schriftzug nachgehen. Denn fest steht: Die Existenz der terroristischen Vereinigung NSU war den Behörden zum Zeitpunkt des Polizistenmordes bereits bekannt. Laut Polizeiangaben hielt man den Verfasser des Schriftzugs für einen Fan der ehemaligen NSU-Motorenwerke oder für einen Anhänger der Neckarsulmer Sport-Union.

Dass die Aufnahme einfach übersehen wurde, reiht sich somit in die lange Kette von Ermittlungspannen ein, die die Morde der NSU bereits umgeben. Diese sorgen im NSU-Fall immer wieder für Furore, denn es wurde bekannt, dass der Verfassungsschutz bereits einige Details und Erkenntnisse zum Thema NSU vertuscht hat und Beweise verschwinden ließ. Aus den Ermittlerkreisen in Heilbronn und Stuttgart gab es bislang keine Stellungnahme zu den Vorwürfen.

kah

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