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Zu wenig getan: Greta Thunberg lehnt überraschend Preis ab

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Greta Thunberg hat einen Umweltpreis aus Protest abgelehnt.
Greta Thunberg hat einen Umweltpreis aus Protest abgelehnt. © AFP / STEPHANIE KEITH

Klimaaktivistin Greta Thunberg will eine mit umgerechnet knapp 50.000 Euro dotierte Auszeichnung aus ihrer skandinavischen Heimat nicht haben. In einer Online-Botschaft erklärt sie, warum.

Stockholm - Greta Thunberg hat einen ihr zugesprochenen Umweltpreis des Nordischen Rates abgelehnt. Die Auszeichnung stelle zwar eine große Ehre dar, schrieb die schwedische Klimaaktivistin nach der Bekanntgabe des Preises am späten Dienstagabend auf Instagram. Die Klimabewegung brauche jedoch keine weiteren Preise, sondern Politiker, die auf die Erkenntnisse der Wissenschaft hörten, so die 16-Jährige weiter.

Der Nordische Rat ist das zentrale Forum der Region Skandinavien. Zu seinen Mitgliedern zählen neben Dänemark, Norwegen, Schweden, Finnland und Island auch die weitgehend selbstständigen Territorien Åland, Grönland und die Färöer-Inseln. Thunbergs Heimatland Schweden hat in diesem Jahr den Vorsitz inne.

Video: Greta Thunberg lehnt Umweltpreis ab

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Greta Thunberg lehnt Umweltpreis aus Protest ab

Eigentlich hatte der Rat vor, die junge Aktivistin mit dem Preis für ihren Kampf gegen die Klimakrise ehren. Sie erhalte die Auszeichnung dafür, dass sie Millionen Menschen in aller Welt dazu mobilisiert habe, zu einem kritischen Zeitpunkt politisches Handeln für das Klima einzufordern, hieß es in der ersten Erklärung. Kurz darauf folgte dann die Ergänzung: Thunberg wolle den Umweltpreis aus Protest gegen mangelnden Einsatz für das Klima nicht annehmen.

Zwei Vertreterinnen der Klimabewegung Fridays for Future erklärten auf der feierlichen Preisverleihung in Stockholm im Auftrag von Thunberg, die skandinavischen Länder zählten zu den Staaten, die am meisten für das Klima tun könnten, im Prinzip aber nichts unternähmen. Deshalb habe sich die Aktivistin entschlossen, den Preis abzulehnen.

Thunberg, die seit Ende August in Nordamerika ist, führte das daraufhin aus der Ferne über ihren Instagram-Kanal aus: „Die skandinavischen Länder genießen in aller Welt einen großartigen Ruf, wenn es um Klima- und Umweltfragen geht“, schrieb die Aktivistin und ergänzte, dass es deshalb an Prahlerei und schönen Worten dazu nicht mangele. Wenn man aber auf die tatsächlichen Emissionen und ökologischen Fußabdrücke der Region schaue, dann handele es sich um eine ganz andere Geschichte. Sänger Campino richtet hinsichtlich der Klimabewegung von Thunberg einen Appell an die Bürger.

Greta Thunberg sendet klare Botschaft an Skandinavien

Weder sie noch die Fridays-for-Future-Bewegung in Schweden würden den Preis oder das damit verbundene Preisgeld in Höhe von fast 50 000 Euro annehmen, ehe die skandinavischen Länder den Vorgaben der Wissenschaft folgten, um die Erderwärmung auf unter 1,5 oder 2 Grad Celsius zu begrenzen, so Thunberg. Zwischen dem, was Wissenschaftler dafür für notwendig betrachteten, und dem Handeln der Politik in Skandinavien klaffe eine Lücke, die „gigantisch“ sei.

Alljährlich vergibt der Nordische Rat Preise in den Kategorien Literatur, Kinder- und Jugendbuchliteratur, Film, Musik und Umwelt. Jede der Auszeichnungen ist mit 350 000 dänischen Kronen (rund 47 000 Euro) dotiert. Thunberg war von den Ländern Schweden und Norwegen für den Umweltpreis nominiert worden.

Zuletzt hatte Greta Thunberg mit einer eindringlichen Warnung eine Diskussion ausgelöst . Dabei geht es um zahlreiche falsche Gretas. Bernd Lucke, Mitgründer der AfD, hat den Umgang mit der Klimaaktivistin kritisiert. 

Luisa Neubauer, oft als „deutsche Greta“ bezeichnet, wurde derweil von Markus Lanz in dessen Sendung attackiert und konterte mit einem vergifteten Lob. In der Gemeinde Brunnthal südlich von München will ein Softwareunternehmen beweisen, dass die Schaffung CO2-neutraler Gemeinden möglich ist, berichtet Merkur.de*. 

Der Klimagipfel ist nun von Chile nach Spanien verlegt worden. Für Greta Thunberg stellt sich nun eine wichtige Frage.

*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

dpa

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