Mutig und viel Durchhaltevermögen

Umweltaktivistin Greta Thunberg: Was macht sie als Klimaschützerin?

Greta Thunberg ist als Umweltaktivistin in aller Welt bekannt. Was treibt die junge Schwedin an und was tut sie alles für ihre Ziele zum Klimaschutz?

  • Greta Thunberg kämpft seit zwei Jahren für ein Umdenken in der Klimapolitik.
  • Was mit einem wöchentlichen Schulstreik begann, entwickelte sich zu einer internationalen Bewegung.
  • Für ihr Engagement erhielt die Umweltaktivistin zahlreiche Preise und Auszeichnungen.

Stockholm - Greta Thunberg steht für Klimaschutz. Der Kampf gegen den Klimawandel bekam mit ihr einen Namen - und ein Gesicht. Mittlerweile ist die junge Schwedin zur Ikone einer ganzen Generation geworden. Doch was treibt die junge Umweltaktivistin an?

Vor zwei Jahren begann Greta Thunberg ganz alleine mit einem wöchentlichen Schulstreik gegen den Klimawandel. Seit die junge Schwedin die Bewegung „Fridays for Future“ ins Leben rief, ist sie auf der ganzen Welt bekannt. Sie war beim Papst, sprach vor dem Parlament und überquerte den Ozean mit einem Segelschiff. Ihre Konsequenz macht sie glaubwürdig.

Greta Thunberg wird zur Umweltaktivistin: Ein Wort veränderte ihr Leben

Mit acht Jahren hört Greta in der Schule zum ersten Mal von der Erderwärmung. Viel kann sie sich damals noch nicht unter dem Begriff Klimawandel vorstellen. „Wenn das wirklich passiert, dann würden wir doch über nichts anderes mehr sprechen, es müsste höchste Priorität haben! Aber niemand hat darüber gerede t“, erklärt sie in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung. Doch die kindliche Neugierde des jungen Mädchens ist geweckt und so beginnt sie, sich über das Thema zu informieren. Sie recherchiert in Schulbüchern, liest Zeitungsartikel, schaut Filme und durchlöchert ihre Eltern und Lehrer mit Fragen, bis sie versteht, was der Klimawandel eigentlich ist.

Das Wissen um die Folgen der Erderwärmung machen ihr zu schaffen. Informationen alleine reichen nicht, sie möchte etwas in ihrem Leben verändern - und beginnt im ganzen Haus das Licht auszuschalten. Das war der erste Schritt auf einem Weg, der Greta Thunberg zur Umweltaktivistin machte.

Je mehr sie liest, je mehr sie über den Klimawandel erfährt, umso deutlicher wird ihr klar - das Licht auszuschalten reicht nicht. Also entscheidet sich Greta Thunberg, nicht mehr zu fliegen und vegan zu leben. „2016 habe ich gelesen, wie hoch die CO₂ -Emissionen von Flugzeugen sind, und beschlossen, es nie wieder zu machen“, erklärt sie.

Umweltaktivistin Greta Thunberg: Mit Schulstreik gegen den Klimawandel

Am Morgen des 20. August 2018, dem ersten Schultag nach den schwedischen Ferien, demonstriert Greta Thunberg zum ersten Mal vor dem schwedischen Parlament in Stockholm. Damit beginnt ihre öffentliche Karriere als Umweltaktivistin. Greta Thunberg fordert mit dem Unterrichtsboykott die schwedische Regierung auf, die Vereinbarungen des Pariser Klimaabkommens einzuhalten. 

Sie verlangt: „Dass Schweden das Pariser Klimaabkommen erfüllt. Auch alle anderen wohlhabenden Länder müssen ihre Emissionen jährlich um 15 Prozent reduzieren, wenn sie klimagerecht sein wollen, so steht es im Pariser Abkommen und nur so können wir das Zwei-Grad-Ziel erreichen. Aber wir wissen mittlerweile auch, dass nur bei einer Erwärmung bis zu 1,5 Grad der Einfluss auf das Klima erheblich verringert würde. Die Emissionsreduzierung müsste also noch viel größer sein, um das zu schaffen.“ 

Geburt von „Fridays For Future“ 

Drei Wochen lang, bis zur schwedischen Parlamentswahl im September, ging Greta nicht mehr zur Schule. Danach streikte sie nur noch einmal in der Woche. Ihre Eltern waren von der Idee gar nicht begeistert. „Am Anfang wollte niemand mitmachen und ich musste alleine gehen“, erzählt Greta der SZ. Doch in den nächsten Wochen hätten sich immer mehr Menschen zu ihr gesetzt. Auf Twitter gab sie der Aktion einen Namen: „Fridays For Future“

Umweltaktivistin Greta Thunberg hat eine Botschaft: „Ich will das ihr in Panik geratet“

Danach geht alles sehr schnell. Erst hält sie eine Rede auf der UN-Klimakonferenz in Polen, dann reist sie zum Weltwirtschaftsforum in Davos. In Kattowitz (Polen) trifft sie den UN-Generalsekretär António Guterres, um mit ihm über ihre Forderungen zu sprechen. Nur drei Minuten dauert ihre Ansprache vor den wichtigsten Vertretern aus Politik und Wirtschaft, in der sie verlangt: „Ich will das ihr in Panik geratet.“Obwohl viele Menschen die Umweltaktivistin Greta Thunberg für ihre klaren Worte feiern, wird sie dafür im Internet auch von Klimaleugnern und rechten Politikern angefeindet.  

Auch vor dem europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss und dem Umweltausschuss der Europäischen Union in Brüssel hält die junge Schwedin emotionale Reden. Wütend fordert sie die Politiker auf, deutlich mehr für den Klimaschutz zu tun als bisher. Nachdrücklich weist sie auf die Warnungen des Weltklimarats IPCC hin, die einen drastischen Temperaturanstieg um drei bis vier Grad für voraussagen. 

Mit dem Segelschiff über den Atlantik

Doch das ist nicht alles! Egal wohin, die Umweltaktivistin reist mit dem Zug oder Elektroauto. Ob 33 Stunden mit dem Zug nach Davos zum Weltwirtschaftsforum oder mit dem Schiff über den Atlantik, ihr Ziel die CO₂ -Emissionen zu reduzieren setzt Greta konsequent um. Das begeistert viele Menschen und macht sie vor allem glaubwürdig. 

Der bisherige Höhepunkt ihrer Reisen: Mitte August 2019 segelte sie über den atlantischen Ozean, um am UN-Klimagipfel im September in New York teilzunehmen. Gemeinsam mit dem deutschen Segelsportler Boris Herrmann und Pierre Casiraghi, dem Sohn von Prinzessin Caroline von Monaco, reiste die junge Umweltaktivistin auf der Sportjacht ganze zwei Wochen über den Atlantik. 

Greta Thunberg: Umweltaktivistin spricht auf dem UN-Klimagipfel

Am 23. September erreichte sie ihr Ziel. In ihrer bewegenden Ansprache forderte sie die Staats- und Regierungschef zum Handeln auf: „Wie könnt ihr es wagen zu glauben, dass man das lösen kann, indem man so weitermacht wie vorher - und mit ein paar technischen Lösungsansätzen? Alle kommenden Generationen haben euch im Blick, und wenn ihr euch dazu entscheidet, uns im Stich zu lassen, dann entscheide ich mich zu sagen: Wir werden euch nie vergeben! Wir werden euch das nicht durchgehen lassen!

Greta Thumberg: Preise und Auszeichnungen 

Treffen mit berühmten Persönlichkeiten wie Papst Franziskus, UN-Generalsekretär António Guterres und dem ehemaligen Präsidenten der vereinigten Staaten Barack Obama gehören für Greta mittlerweile zum Alltag. 

Als Umweltaktivistin hat

Greta Thunberg bereits Bücher veröffentlicht

, wurde als

Schwedens Frau des Jahres

ausgezeichnet und vom US-Magazin „Times“ zur

wichtigsten Persönlichkeit des Jahres 2019

gekürt. Sogar für den

Friedensnobelpreis

wurde Greta Thunberg vorgeschlagen. 

Jetzt hat sich die Klima-Aktivistin zum Coronavirus geäußert. Für ihre Aussage kassiert Greta Thunberg heftige Kritik.

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lkn

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa / Daniel Bockwoldt

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