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Die schwedische Umweltaktivistin Greta Thunberg

Kommentar

Greta und der Papst: Klimaaktivistin in den Spuren Christi?

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Das Engagement der jungen Schwedin Greta Thunberg verdient Respekt. Ihre Überhöhung bis hin zu einer Prophetin ist aber eher unfreiwillig komisch, meint Merkur-Chefredakteur Georg Anastasiadis.

Egal wie man zu ihr stehen mag: Greta Thunberg ist eine couragierte junge Frau, die mit bewundernswerter Leidenschaft für ihre Sache kämpft. Dafür verdient sie Respekt, ganz gleich, ob man ihre Überzeugungen teilt oder nicht.

Was Greta allerdings nicht verdient, ist das anbiedernde Lob der Kanzlerin, gegen deren Politik sich die Fridays-for-Future-Bewegung unter anderem wendet. An unfreiwilliger Komik wird das nur noch überboten durch die nachgerade religiös anmutende Überhöhung der 16-Jährigen durch Leute, die ihre Popularität gern wie Wasser auf die eigenen Mühlen lenken wollen: Mit einer „Prophetin“ verglich Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt die junge Schwedin. Und den katholischen Bischof von Berlin erinnern die Freitagsdemos gar an den Einzug Jesu in Jerusalem. Passend sind solche Zuschreibungen allenfalls insofern, als der Kampf ums Klima für manche zu einer Art Ersatzreligion geworden ist. Glaubensfragen sind wichtiger als Fakten – das gilt übrigens für beide Seiten der Debatte darüber, welchen Anteil der Mensch am Klimawandel trägt.

Wandelt die tapfere Greta also in den Spuren Christi? Über manches, was zuletzt an Kunde aus dem Vatikan in die Welt da draußen drang, können viele Menschen, Gläubige wie Nichtgläubige, sich nur noch wundern. Am Mittwoch ist Greta beim Papst. Fehlt eigentlich nur noch die Heiligsprechung.

Sie erreichen den Autor unter Georg.Anastasiadis@merkur.de

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