Schwarze Zahlen

Griechenland mit 1,5 Milliarden im Plus

Athen - Griechenland hat vergangenes Jahr nach eigenen Angaben einen Haushaltsüberschuss von 1,5 Milliarden Euro erzielt und damit gute Voraussetzungen für neue Schuldenerleichterungen geschaffen.

Das eigentlich erst für 2014 gesetzte Überschussziel ohne Schuldendienst sei schon 2013 erreicht worden und liege "um das Dreifache über dem, was wir ursprünglich kalkuliert hatten", sagte Ministerpräsident Antonis Samaras der Wochenzeitung "To Vima" am Sonntag. Griechenland hofft darauf, dass der erste Primärüberschuss seit mehr als einem Jahrzehnt die internationalen Geldgeber zu finanziellen Zugeständnissen bewegt.

Die Finanzminister des Euro-Raums hatten im November Maßnahmen zur Schuldenerleichterung in Aussicht gestellt, sollte Athen einen Haushaltsüberschuss erreichen. Samaras wiederum versprach, zur Verfügung stehendes Geld vorwiegend den am härtesten von der Wirtschafts- und Sozialkrise Betroffenen zugute kommen zu lassen. Die Arbeitslosenquote in Griechenland liegt inzwischen bei offiziell rund 28 Prozent, viele Familien kämpfen ums wirtschaftliche Überleben. Nach Behördenvorhersagen soll die griechische Wirtschaft 2014 erstmals nach sechs Jahren aus der Rezessionsspirale herauskommen. Das internationale Rettungsprogramm läuft planmäßig zur Jahresmitte aus.

Ein weiterer Schuldenschnitt für Athen wird von den Euro-Partnern bislang abgelehnt, doch könnten die Gläubiger durch niedrigere Zinsen oder eine Verlängerung der Laufzeit von Krediten, die dem Land zur Bewältigung der Schuldenkrise gewährt wurden, ein Signal setzen. Griechenlands Finanzminister Giannis Storunaras bewarb diese Lösung kürzlich mit dem Hinweis, dass dadurch die Lage vor der Kommunal- und Europawahl im Mai entspannt würde. Radikale Kräfte könnten sonst in Griechenland die Oberhand gewinnen, warnte der Minister.

Das Europäische Statistikamt Eurostat gab indes zu bedenken, dass Erfolgsmeldungen der griechischen Regierung über positive Haushaltszahlen des Jahres 2013 nicht verlässlich seien. Belastbare Zahlen würden bis Ende März erhoben, hieß es Anfang Februar. Alle zuvor verkündeten Zahlen seien reine Spekulation.

AFP

Rubriklistenbild: © dpa

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