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Hier kommentiert Georg Anastasiadis. 

Keine Evakuierung des Lagers

Kommentar: Endstation Idomeni

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Mit der Schließung der Balkanroute haben die Balkanländer Fakten geschaffen, an denen auch die deutsche Kanzlerin nicht mehr vorbei kann. Idomeni wird zu Europas Fluchtpunkt. Ein Kommentar. 

Die Balkanroute ist geschlossen: Auf dem Brüsseler Gipfel ließ Angela Merkel diesen Satz, der ihre Kapitulation besiegelt hätte, noch aus dem Schlusskommunique streichen. Doch mit der Schließung aller Grenzen entlang der Fluchtroute haben die Balkanländer Fakten geschaffen, an denen Berlin nicht mehr vorbei kann – und insgeheim auch gar nicht will, weil nur so der Deutschland destabilisierende Flüchtlingszustrom aufzuhalten ist. Griechenland begann prompt mit der Räumung des Lagers an der mazedonischen Grenze. In einem gottverlassenen Bauerndorf in der griechischen Provinz endet damit nicht nur die Odyssee einiger zehntausend Flüchtlinge. Sondern auch das Zickzack der europäischen Asylpolitik zwischen Merkels Selfies und Orbans Stacheldraht.

Die Elendsszenen aus Idomeni quälen Europa, jedenfalls den Teil, der sich sein Mitgefühl für Menschen in Not bewahrt hat. Aber sie sind auch ein bewusst in Kauf genommenes Signal der EU an Migranten: an die, die heute in Lagern jenseits der Ägäis leben und sich überlegen, ob sie sich auch noch auf den gefahrvollen Weg machen sollen. An die, die der Warnung des EU-Ratspräsidenten Tusk („Kommen Sie nicht nach Europa. Es ist alles vergebens“) keinen Glauben schenken wollen. Idomeni – das ist die Rücknahme des Willkommenssignals vom Münchner Hauptbahnhof. Es sagt: Auf Migranten warten in Europa keine Teddybären mehr. Sondern Zäune und schwer bewaffnete Grenzpolizisten.

Idomeni ist Europas Fluchtpunkt. Hier endet alles: Der Poker der Griechen, die durch das Produzieren hässlicher Bilder mehr EU-Hilfen erzwingen wollten. Das Kalkül der Flüchtlinge, bis zuletzt dort auszuharren und nicht in leerstehende griechische Unterkünfte zu ziehen, weil sie dort registriert würden, was wegen der Dublin-Regeln ihre Weiterreise nach Deutschland verhindert hätte. Und auch die schlimmste Not der Kanzlerin: Egal wie die Wahlen am Sonntag ausgehen – Merkel wird nicht stürzen, die CSU nicht gegen sie klagen. Was sie dafür tun musste, war sich taub zu stellen für die „Mamma Merkel“-Rufe der Flüchtlinge in Idomeni. Die Balkanroute ist zu, der Flüchtlingstreck gestoppt. Und Merkel wieder die kühl-pragmatische Kanzlerin, die sie bis zu jenem Tag im letzten Sommer war, als sie Deutschlands Grenzen für Flüchtlings-Sonderzüge aus Budapest öffnete.

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