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Streik in Griechenland, Fähren bleiben im Hafen - diese Touristen nehmen es offenbar mit Humor.

Zugleich neuer Flüchtlings-Zustrom

Griechenland streikt gegen Tsipras‘ Nachfolger - Schwere Auswirkungen auch für Touristen

In Griechenland regt sich kräftiger Widerstand gegen Pläne des neuen Regierungschefs Mitsotakis - das begonnen auch Touristen im Land zu spüren.

Athen - Aus Protest gegen weitere Sparmaßnahmen und Privatisierungen haben in Griechenland am Mittwoch umfangreiche Streiks begonnen. Es ist der zweite große Arbeitskampf nach dem Wahlsieg der Konservativen unter Regierungschef Kyriakos Mitsotakis. Zum Streik haben die Gewerkschaft des Staatsbediensteten ADEDY, die kommunistische Gewerkschaft PAME und der Dach-Gewerkschaftsverband des privaten Bereichs GSEE aufgerufen. Bereits am 24. September hatten zahlreiche griechische Gewerkschaften einen Arbeitskampf organisiert.

Griechenland: Fähren, U-Bahnen und Bahnen werden bestreikt

Am stärksten von dem Ausstand betroffen ist der Bereich Verkehr: Zahlreiche Fähren blieben in den Häfen. Die U-Bahnen und die Bahnen fuhren nicht. Die Busfahrer von Athen legten die Arbeit für mehrere Stunden nieder. Zudem werden alle staatlichen Schulen bestreikt; das berichtete das Staatsfernsehen ERT.

Wegen der Beteiligung auch des Verbandes der griechischen Journalisten am Streik gab es im Radio und Fernsehen von 06.00 Uhr an keine Nachrichten. Nachrichtensendungen soll es erst nach 24 Stunden wieder geben.

Griechenland: Mitsotakis kündigte Privatisierungen an - Gewerkschaften über Pläne besorgt

Der konservative Mitsotakis hatte am 7. Juli den linken Regierungschef Alexis Tsipras abgelöst und erklärt, er werde die Bürokratie bekämpfen und die Privatisierungen vorantreiben. Obwohl die Regierung dies ausschließt, befürchten die Gewerkschaften Entlassungen. Zudem soll das Streikrecht eingeschränkt werden. Ein Streik soll nach einem neuen Gesetz nur dann legal sein, wenn mehr als 50 Prozent der Mitglieder der Gewerkschaft ihm zugestimmt haben. Bislang reichte dazu der Beschluss eines Gewerkschaftsvorstandes.

Griechenland: Neuer Flüchtlingszustrom auf den Ägais-Inseln - Seehofer reist zu Gespräche an

Griechenland hat zugleich auch mit einem neuen Zustrom an Flüchtlingen aus der Türkei zu kämpfen. Besonders viele Afghanen verlassen die Türkei, nachdem die Regierung den Druck auf Migranten ohne gültige Papiere erhöht hat. Deutschland will unbedingt eine neue Flüchtlingskrise vermeiden, weshalb Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) am Donnerstag und Freitag zu Gesprächen in die Türkei und Griechenland reist.

Seit Jahresbeginn trafen nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR mehr als 35.800 Flüchtlinge auf den Ägäis-Inseln ein. Gut 9.700 weitere überquerten die Landgrenze nach Griechenland. Auf der Insel Lesbos landeten Ende August an einem einzigen Tag über 500 Flüchtlinge. Dort ist das Auffanglager Moria schon lange hoffnungslos überfüllt. Nach einem tödlichen Brand gab es in dem berüchtigten Camp am Sonntag schwere Unruhen.

dpa/AFP/fn

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