„GroKo“ hat entschieden

Kommentar zum neuen Bahnchef: Es hätte schlimmer kommen können

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Mit der absehbaren Kür von Richard Lutz als neuen Chef der Deutschen Bahn hat sich die Große Koalition achtbar aus der Affäre gezogen. Es hätte schlimmer kommen können, kommentiert Dirk Walter.

Die Wahl eines Ronald Pofalla wäre als Sinnbild für Gemauschel und Entscheidungen nach Parteibuch gestanden. Das hat die „GroKo“ klugerweise vermieden. Man wird nun abwarten müssen, welchen Kurs Lutz, der trotz seiner langen DB-Karriere ein weitgehend unbeschriebenes Blatt ist, einschlagen wird.

Fast noch interessanter sind die Personalien in der zweiten Reihe: Die Bahn krempelt (mal wieder) ihre Führungsetage um und versucht einen Neustart. Diesmal mit zwei Hoffnungsträgern: Neben dem bisherigen Siemens-Manager Siegfried Russwurm wird auch die Chefin der Berliner Verkehrsbetriebe, Sigrid Nikutta, in den DB-Vorstand wechseln. Sie hat den schwierigsten Posten. Ob ihr die Sanierung der defizitären Güterbahn gelingt, hängt von vielen Faktoren ab – beispielsweise auch davon, ob sich die Politik zur Absenkung der Trassenpreise für den Güterverkehr entschließt (was umweltpolitisch sinnvoll wäre) und das dadurch erwartete Defizit übernimmt. Es ist eben alles ein bisschen kompliziert bei der Bahn. Doch das Beispiel zeigt: Die enge Abhängigkeit von der Politik kann die Bahn auch lähmen. Man darf für den neuen Bahnchef Ziele formulieren – aber man sollte ihn danach nicht ständig mit neuen Vorgaben gängeln.

Rubriklistenbild: © Haag

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