Große Caritas-Studie

Im Überblick: So altert Bayern

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München - Deutschland altert – aber nicht überall in gleichem Maße. Das ergab eine Caritas-Studie. Wir zeigen, wie die Entwicklung in Bayern aussieht.

Deutschland altert – aber nicht überall in gleichem Maße. Die Caritas hat deshalb eine Studie in Auftrag gegeben, die zeigt, wo in Deutschland die größten Probleme auf die Altenpflege zukommen werden. Bei einem bundesweiten Kongress in Berlin beraten Caritas-Experten noch bis Freitag über die Folgen der Alterung der Gesellschaft. Beim Auftakt rief Caritaspräsident Peter Neher gestern alle gesellschaftlichen Gruppen auf, sich nicht von Angst vor dem demografischen Wandel lähmen zu lassen, sondern „die Chancen aufzeigen.“

Die Probleme: Während heute 100 Personen im Erwerbsalter 34 Personen im Alter von über 65 Jahren gegenüberstehen, werden es im Jahr 2060 mit bis zu 65 Personen fast doppelt so viele sein. Vor allem Ostdeutschland steht schon jetzt großen Problemen, da viele Jüngere in die westlichen Metropolen abwandern.

Die ländlichen Regionen: In Bayern gehört der Großteil der Landkreise zur Kategorie „Alternde Landkreise im Westen“ (auf der Karte grün). Wenngleich der Anteil der Pflegebedürftigen im Jahr 2011 mit 292 je 10 000 Einwohner im Vergleich niedrig ausfällt, ist die Anzahl der Pflegebedürftigen hier zwischen 2003 und 2011 um 23 Prozent gestiegen. In den „grünen“ Regionen nimmt die selbst sichergestellte häusliche Pflege mit 50 Prozent im Vergleich den höchsten Wert an. Einige Kreise wie Rosenheim und Berchtesgaden gehören zur Kategorie „Stark alternde Kreise mit ausgedehnter sozialer Pflege“ (auf der Karte rot). Hier gibt es im Schnitt 157 Pflegeheimplätze auf je 10 000 Einwohner. Die stationäre Pflege ist mit einem Anteil von 37 Prozent am stärksten, die Pflege daheim im Vergleich am niedrigsten ausgeprägt. Generell wird es für die Wohlfahrtsverbände in ländlichen Regionen immer schwerer, „Angebote neu zu organisieren oder aufrecht zu erhalten“, klagt Caritas-Präsident Neher. Zudem werde es schwieriger, Fachkräfte zu finden.

Die Städte: Großstädte wie München und Nürnberg haben eine eher junge Altersstruktur (auf der Karte dunkelblau). Auffällig ist, dass ältere Menschen wegen der hohen Mieten und Lebenshaltungskosten vermehrt abwandern: Von 1000 Münchnern im Alter über 64 Jahre haben zuletzt 6,5 die Stadt verlassen, mehr als in allen anderen Regionen Bayerns.

Chancen und Lösungen: Die Caritas-Studie zeigt: Viele der Flüchtlinge oder Zuwanderer sind deutlich jünger als die deutsche Durchschnittsbevölkerung. Zugleich haben Kinder mit Migrationshintergrund jedoch Schwierigkeiten, gute Bildungsabschlüsse und später bessere Jobs zu bekommen, als Kinder aus deutschen Familien. Der Mangel an Arbeitskräften in der Pflege müsse ein zusätzlicher Ansporn sein, „Bildungseinrichtungen so weiter zu entwickeln, dass Kinder unabhängig von ihrer Herkunft ausreichend Bildungschancen haben“, fordert Neher. „Wenn wir hier scheitern, scheitern wir bei der Bewältigung des demografischen Wandels.“ Bereits jetzt gibt es Programme, Flüchtlinge so auszubilden, dass sie bald in der Altenpflege arbeiten können.

Rubriklistenbild: © dpa

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