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Laut Thüringens Innenminister haben sich Polizei und Justiz auf "mögliche Eskalationen intensiv vorbereitet".

Nur 1000 Polizisten im Einsatz

Großes Neonazi-Konzert mit Tausenden Rechten

Gerichtlich konnte das Neonazi-Konzert in Themar nicht verhindert werden. Dennoch müssen die Rechten mit viel Protest rechnen. Sie sollen sich in der südthüringischen Kleinstadt nicht wohlfühlen.

Themar - Auf die Thüringer Polizei kommt heute ein Großeinsatz mit viel Sprengkraft zu. Zu einem Neonazi-Konzert in Südthüringen werden mehr als 5000 Rechte und rund 2000 Gegendemonstranten erwartet.

Damit könnte es in diesem Jahr nach Angaben des Thüringer Verfassungsschutzes die bundesweit größte Veranstaltung dieser Art werden. Knapp 1000 Polizisten werden die Versammlungen in Themar (Landkreis Hildburghausen) sichern. Die Kleinstadt zählt weniger als 3000 Einwohner. Bürgerinitiativen und Privatpersonen haben vom frühen Morgen an neun Gegenveranstaltungen angemeldet.

Seit Tagen hängen in Themar bunte Plakate mit Aufschriften wie "Raus mit der braunen Seuche" oder "Lieber buntes Multikulti als braune Einfältigkeit". Die Rechten sollen sich in Themar nicht wohlfühlen.

Thüringens Innenminister Holger Poppenhäger (SPD) hatte Mitte der Woche gesagt, Polizei und Justiz hätten sich auf "mögliche Eskalationen intensiv vorbereitet". Für Straftäter rund um das Konzert sind Strafbefehle im Schnellverfahren geplant. Die Staatsanwaltschaft will vor Ort sein. Außerdem sind nahegelegene Amtsgerichte in Bereitschaft. So können Straftäter schneller in Untersuchungshaft kommen.

Der rechtliche Weg für das Neonazi-Festival war erst am Freitag frei geworden. Das Amtsgericht Hildburghausen lehnte zwei einstweilige Verfügungen gegen das Konzert ab. Zwei Tage zuvor hatte auch das Oberverwaltungsgericht (OVG) Weimar zugunsten der Rechten entschieden. Demnach gilt das Konzert weiter als Versammlung und steht damit unter dem besonderen Schutz des Grundgesetzes.

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