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Die Antikenstadt Palmyra wollen Regierungstruppen mit einer Großoffensive zurückerobern.

Schwere Kämpfe

Großoffensiven gegen IS-Miliz in Mossul und Palmyra

Damaskus - Mit Großoffensiven wollen die syrischen und irakischen Regierungstruppen zwei Hochburgen der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) zurückerobern.

In Syrien rückte die von der russischen Luftwaffe und verbündeten Milizen unterstützte Armee am Donnerstag in die Antikenstadt Palmyra vor. Die irakischen Regierungstruppen starteten gemeinsam mit paramilitärischen Gruppen einen Einsatz zur Rückeroberung der Provinzhauptstadt Mossul.

Die syrischen Regierungstruppen seien nach Gefechten mit IS-Kämpfern am Rand von Palmyra in das südwestliche Viertel al-Gharf vorgedrungen, teilte die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Die Regierungstruppen wurden demnach von russischen Kampfjets unterstützt. Auch vom Norden aus rücke die Armee auf die Stadt vor.

Schwere Kämpfe dauern an  

Ein Vertreter des syrischen Militärs sagte, die "schweren Kämpfe" dauerten an. Auch russische Elitesoldaten seien daran beteiligt, verlautete aus Armeekreisen. Der Beobachtungsstelle zufolge wurden bei den Gefechten seit Dienstag etwa 40 Dschihadisten und acht regierungstreue Kämpfer getötet. Die Angaben der in Großbritannien ansässigen Organisation sind von unabhängiger Seite kaum zu überprüfen.

Die Armee hatte Anfang März eine Offensive zur Rückeroberung von Palmyra gestartet. Die IS-Dschihadisten kontrollieren die Stadt, deren antike römische Ausgrabungsstätten zum Weltkulturerbe zählen, seit Mai vergangenen Jahres. In den folgenden Monaten schockierten sie die Weltöffentlichkeit mit der Sprengung bedeutender antiker Tempel, Gräber und Statuen sowie einer Reihe öffentlicher Hinrichtungen.

Der Direktor der syrischen Altertumsbehörde, Mamun Abdelkarim, äußerte sich zuversichtlich über einen Erfolg der Regierungstruppen. Er sei froh, dass die Befreiung Palmyras "unmittelbar bevorstehe" und "der Albtraum" ein Ende habe, bevor es zu spät sei. Mit Hilfe von internationalen Experten würden alle antiken Stätten wieder aufgebaut, sagte Abdelkarim.

Rückeroberung von Mosul wäre ein Meilenstein

Im Irak starteten die Regierungstruppen und verbündete Kämpfer unterdessen eine Offensive zur Rückeroberung der Stadt Mossul. Während der "ersten Phase" ihres Einsatzes in der nördlichen Provinz Niniwe eroberten die Soldaten nach Angaben der Armee vier Dörfer. Mossul ist die Hauptstadt der Provinz Niniwe. Wann die Armee die zweitgrößte Stadt des Landes erreichen könnte, ist aber noch nicht abzusehen.

Eine Rückeroberung Mossuls wäre ein Meilenstein für das irakische Militär im Kampf gegen die IS-Miliz. Die Stadt befindet sich seit Juni 2014 in den Händen der Dschihadisten. Mitte Februar hatte Bagdad für die geplante Rückeroberung der Stadt hunderte Soldaten in die Nähe von Mossul verlegt.

Der IS hatte im Sommer 2014 große Gebiete im Irak und in Syrien erobert. In jüngster Zeit erlitten die Dschihadisten im Irak aber deutliche Rückschläge. Die dortige Armee und die kurdischen Peschmerga-Kämpfer im Norden des Landes wurden dabei durch Luftangriffe der von den USA angeführten Militärallianz unterstützt. Auch Ziele in Mossul wurden dabei mehrmals aus der Luft angegriffen.

In Genf wurde am Donnerstag weiter über eine friedliche Lösung des Syrien-Konflikts beraten. Bislang wurde bei den indirekten Verhandlungen zwischen syrischer Regierung und Opposition aber kein Durchbruch erzielt.

Die Gespräche gehen nun in eine Pause. Wann sie fortgesetzt werden sollen, ist aber unklar. Die Führung in Damaskus will erst nach der Parlamentswahl Mittee April wieder an den Verhandlungstisch zurückkehren. Die Opposition pocht hingegen auf eine frühere Wiederaufnahme der Gespräche.

afp

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