Annalena Baerbock, Kanzlerkandidatin der Grünen, trägt eine schwarze FFP2-Maske
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Annalena Baerbock, Kanzlerkandidatin der Grünen

Gefälschte Zitate, gefakte Bilder

Hass im Netz: Baerbock will ins Kanzleramt - und wird auch deshalb vermehrt Ziel von Attacken

  • Cindy Boden
    VonCindy Boden
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Verbaler Hass gegen Politiker ist leider nicht neu. Seitdem Annalena Baerbock als Grünen-Kanzlerkandidatin feststeht, rückt auch sie weiter in den Fokus der Angreifer.

Berlin - Insgesamt sieht es für die Grünen derzeit sehr gut aus. In einer Umfrage* nach der anderen überholt die Partei derzeit die Union. Die Kanzlerkandidaten*-Entscheidung lief geräuschlos ab, anschließend ließ sich Annalena Baerbock feiern.

Doch mit dem Ruhm und der gesteigerten Öffentlichkeit nimmt auch der Hass meist zu, der Personen des öffentlichen Lebens vor allem im Netz erreicht. Dabei geht es nicht nur um irgendwelche unangebrachten Wahlkampfsprüche. Der Hass äußert sich zum Beispiel auf Internetplattformen, in Kommentaren, privaten Nachrichten oder E-Mails vielfach in Form von Beleidigungen, Drohungen oder übler Nachrede. Vor allem machtbewusste Frauen, die etwas erreichen wollen, geraten schnell in einen Strudel verbaler Verletzungen.

Hass im Netz gegen Annalena Baerbock: „Gefälschte Zitate und gefakte Bilder haben noch mal einen Schub bekommen“

Als Kandidatin für das Kanzleramt ist Annalena Baerbock genau so eine Frau, die für manche nun zum Feindbild wird. Die Folgen zeigten sich schnell: „Sowohl Annalena Baerbock als auch Robert Habeck werden im Netz schon lange attackiert. Aber seit der Nominierung von Annalena Baerbock* haben gefälschte Zitate und gefakte Bilder noch mal einen Schub bekommen. Das begann gleich in den ersten Tagen“, sagte Parteisprecherin Nicola Kabel dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Die Zahlen sprechen für sich: Allein in den vergangenen zwei Wochen habe die Parteizentrale 15 Meldungen im Rahmen des Netzwerkdurchsetzungsgesetzes gemacht. „Wenn Dinge strafrechtlich relevant erscheinen, bringen wir sie zur Anzeige“, erklärt Kabel. „Nicht alles hat automatisch eine frauenfeindliche Komponente; aber sie kommt in manchen Fällen noch dazu.“ Baerbock erhalte jetzt Personenschutz.

Video: Alles anders mit Annalena Baerbock? Das will die grüne Kanzlerkandidatin

Kürzlich etwa kursierten Nacktfotos im Netz, die jedoch nach Recherchen des RND gar nicht Annalena Baerbock wie behauptet zeigten, sondern ein russisches Nacktmodel. Und teils bleibt der Hass nicht in der Online-Welt. Der Mord an Walter Lübcke zeigte dies erschreckend eindrücklich.

„Stark im Amt“: Anlaufstelle für bedrohte Kommunalpolitiker

Häufig ist von Anfeindungen gegen Bürgermeister zu lesen. Um gegen Hass und Gewalt vorzugehen, existiert neuerdings auch ein Internet-Portal namens „Stark im Amt“ - eine Anlaufstelle für bedrohte Kommunalpolitiker. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier rief bei dessen Freischaltung zur zivilgesellschaftlichen Gegenwehr auf. (cibo) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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