Annalena Baerbock, schräg hinter ihr gelbe Blume des Grünen-Logos
+
Annalena Baerbock könnte zur Zielscheibe russischer Propagandaangriffe werden

„Hack and Leak“

Propaganda gegen Annalena Baerbock? Innenministerium warnt vor Attacken aus Russland

Russland könnte Einfluss auf den Bundestagswahlkampf nehmen, vermuten deutsche Behörden. Erinnerungen an den US-Wahlkampf zwischen Clinton und Trump werden wach.

Berlin - Gleich auf zwei Arten könnten deutsche Politiker und Politikerinnen vor der Bundestagswahl Opfer russischer Propaganda werden. Das Innenministerium warnt vor Cyberangriffen, und Ableger russischer Nachrichtenmagazine beeinflussen jetzt schon die Meinung ihrer Leserinnen und Leser. Das wichtigste Opfer scheint Annalena Baerbock von den Grünen zu sein.

Russia Today wird von der russischen Regierung finanziert - und liefert in Deutschland Nachrichten über Website und Youtube: Von den Ergebnissen der Fußball-EM, über Corona bis hin zu internationaler Tagespolitik. Wer möchte, kann sich also in Deutschland über einen russischen Sender zu deutscher Politik informieren. Auffallend dabei: Quer durch die Beiträge - Annalena Baerbock kommt nicht gut weg. Sie wird als „Bombe“ bezeichnet, die Geschichten um ihren teils überzeichneten Lebenslauf werden ausgeschlachtet, man analysiert ihre Reden genau. Detailreiche Posts zu den Kontrahenten Armin Laschet (CDU) und Olaf Scholz (SPD): Fehlanzeige. Im Allgemeinen erinnern viele der Beiträge an Verschwörungstheorien.

Russische Propaganda gegen Annalena Baerbock (Grüne): Schnell und mehrfach zum Gegenstand geworden

„Schnell und mehrfach“ wurde Annalena Baerbock seit ihrer Ernennung zur Kanzlerkandidatin der Grünen „zum Gegenstand einer rhetorisch verschärften Berichterstattung gemacht“, schreibt das Bundesinnenministerium laut Spiegel.de in einem vertraulichen Papier. Und weiter: „Das Vorgehen russischer Stellen nach der Bekanntgabe der Kandidatur von Annalena Baerbock könnte den Beginn einer Propaganda-Kampagne darstellen.“ Bei RT.de will man sich laut Spiegel nicht zu den Vorwürfen äußern.

Die zweite Richtung, aus der die Propaganda kommen könnte: Angriffe über das Internet. Laut Spiegel ist auch das Cyberabwehrzentrum der Sicherheitsbehörden alarmiert. Intern sei von einer „hohen abstrakten Bedrohungslage hinsichtlich illegitimer Einflussversuche fremder Staaten auf Wahlen“ die Rede.

Cyberangriffe durch russischen Geheimdienst: Innenministerium warnt vor „Hack and Leak“

„Hack and Leak“ nennt sich die Methode, die im Wahlkampf Hillary Clinton gegen Donald Trump angewandt wurde. Gehackte Emails wurden veröffentlicht, das Ansehen Hillary Clintons war massiv beschädigt. Ähnliches könnte nun auch in Deutschland drohen, vermutet das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik laut Spiegel. Darauf deute unter anderem ein Hackerangriff auf Emailkonten von 70 Bundestagsabgeordneten hin. Dem waren Anfang des Jahres allerdings Angehörige von Union und SPD zum Opfer gefallen.

„Brute-Force-Attacken“ sind dagegen Cyberangriffe, bei denen die Hacker versuchen, sich auf technisch brachiale Art Zugang zu Email-Konten zu verschaffen. Solche Angriffe haben die deutschen Behörden demnach zuletzt vermehrt registriert. In einer vertraulichen Analyse warne der Verfassungsschutz nun: Cyberangriffe gegen Parteien, Abgeordnete oder staatliche Institutionen seien „besonders im Hinblick auf die anstehenden Landtags- und Bundestagswahlen 2021 ernst zu nehmen“. (kat)

Auch interessant

Kommentare