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Landesparteitag der Grünen in Bayern

Landtagswahl 2018

Bayerns Grüne basteln an einer Urwahl

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Die Grünen erwägen die Spitzenkandidaten für die Landtagswahl 2018 per Urwahl zu bestimmen – zumindest soll der Parteitag den Weg dazu ebnen. Die Suche nach Kandidaten wird nicht einfach.

München – Die bayerischen Grünen planen, den oder die Spitzenkandidaten für die nächste Landtagswahl mithilfe einer Urwahl von der Parteibasis bestimmen zu lassen. Beim Parteitag am Wochenende in Schweinfurt will die Spitze eine Urwahlordnung in die Satzung aufnehmen lassen. Eine Entscheidung, dieses Verfahren dann 2018 auch anzuwenden, sei damit aber noch nicht verbunden, betont die Parteispitze.

Als Vorbild dient derzeit intern der Wettstreit zwischen Toni Hofreiter, Cem Özdemir und Robert Habeck um die Spitzenkandidatur im Bund – unterschiedliche Charaktere mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Am 29. Oktober wollen sich die drei Kandidaten auch in München bei einem Forum präsentieren.

„Grundsätzlich finde ich es gut, so einen Wettkampf parteiintern auszutragen und die Basis mit einzubeziehen“, sagt die Landesvorsitzende Sigi Hagl. „Die aktuelle Diskussion zeigt, wie spannend so etwas sein kann“, findet auch ihr Co-Vorsitzender Eike Hallitzky. Dennoch: Letztlich werde die Entscheidung über die Aufstellung für die Landtagswahl erst 2018 fallen. Für Personaldiskussionen sei es noch viel zu früh. „Da stecken wir noch in der Ursuppe“, sagt Hallitzky.

Nun ja, intern hat die Debatte natürlich schon begonnen. Anders als der Bund blickt der bayerische Landesverband auf keine Tradition mit einer Doppelspitze zurück. Mehrfach gab es nur einzelne Spitzenkandidaten: Ruth Pauli (1998), Sepp Daxenberger (2008) und Margarete Bause (2013). Ausnahme war in jüngerer Vergangenheit nur das Jahr 2003, als man gleich mit einem vierköpfigen Team ins Rennen zog. Ein Experiment, das die wenigsten wiederholen möchten.

2018 jedoch könnte die Doppelspitze eine Rückkehr nach Bayern feiern. Intern ist man sich bewusst, derzeit nicht über den geborenen Kandidaten zu verfügen, der Horst Seehofer oder Markus Söder herausfordern könnte. Die Parteivorsitzenden Hallitzky und Hagl sitzen nicht im Parlament und sind weiten Teilen der Öffentlichkeit unbekannt. Bei den Männern gilt deshalb Fraktionschef Ludwig Hartmann als favorisiert, auch er muss aber noch an Profil und Bekanntheit arbeiten. Alleine trauen ihm derzeit nur wenige die Spitzenkandidatur zu.

Noch unübersichtlicher ist die Lage bei den Frauen: Sigi Hagl, bislang in der Landshuter Kommunalpolitik zuhause, hat sich offiziell noch nicht entschieden, ob es sie 2018 ins Maximilianeum zieht. Intern werden ihr durchaus Ambitionen nachgesagt. Gegen Margarete Bause hätte sie keine Chance – die langjährige Fraktionsvorsitzende zieht es 2017 jedoch in den Bundestag. Spannend wird deshalb, wie es nach der Aufstellung der Bundestagsliste im Dezember weitergeht. „Die Stabübergabe in der Fraktion sollte zügig erfolgen, wenn es Margarete Bause gelingt, sich einen guten Listenplatz zu sichern“, sagt einer der Parteistrategen. Doch ein solcher Platz sei noch keinesfalls garantiert.

Die Nachfolgerin für Bause in der Fraktion stünde schon bereit: die Münchnerin Katharina Schulze. Die ehrgeizige 31-Jährige ist derzeit viel bei Veranstaltungen im Freistaat unterwegs, um ihren Bekanntheitsgrad zu vergrößern. Kann sie Anfang des Jahres von Bause übernehmen, halten Insider die Doppelspitze Hartmann/Schulze für die wahrscheinlichste Variante – mit oder ohne Urwahl. 

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