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Bei den Grünen gibt es kein offenes Bekenntnis zur Ampel.

Grüne fühlen sich als Königsmacher

Berlin - Die Grünen wähnen sich nach den Landtagswahlen der Rolle eines Königsmachers im unübersichtlichen Fünf-Parteien-System einen Schritt näher - freilich streng inhaltlich begründet, wie sie gebetsmühlenartig wiederholen.

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Im Saarland ist es schon so weit. Sie räumen aber auch ein, dass sie immer irgendwelche Wähler verprellen könnten - egal, für welche Koalition sie sich entscheiden. Trotz vergleichsweise bescheidenen 5,9 Prozent gibt sich Saarlands Grünen-Chef Hubert Ulrich am Montag in der Berliner Parteizentrale staatstragend: “Wir werden uns zunächst einmal hüten, eines der beiden Lager durch irgendwelche Äußerungen zu verschrecken.“

Die Bundesspitze sieht die Zeichen an der Saar zwar überwiegend in Richtung Rot-Rot-Grün blinken. Schließlich stehe man der SPD näher als der CDU. Doch Ulrich will auch die Jamaika-Option mit CDU und FDP gründlich ausloten - also das Bündnis, das die Grünen für den Bund ausschließen. Nachdem die rot-grüne Wunschehe wegen der SPD-Schwäche als schon fast historische Episode erscheint, hat die Offenheit der Grünen ihre Tücken. Ulrich beschreibt die Schwierigkeiten seines Wahlkampfs, in dem er offiziell die rechnerisch aussichtslose Ampel propagiert hat. “Der eine Teil der Wählerschaft sieht es so, der andere so.“

Wissende Blicke

Die Spitzenkandidatinnen im Bund und von Thüringen, Renate Künast und Astrid Rothe-Beinlich, stehen daneben und tauschend lächelnd wissende Blicke aus. Die linken Grünen wollen eher ein Linksbündnis, in bodenständigen Regionen wie Baden-Württemberg würde man es lieber mal mit der CDU versuchen. In der Führung hält man nach der Bundestagswahl weiter eine Ampel für die wahrscheinlichste Variante, auch wenn eigentlich kein Grüner die FDP unter Guido Westerwelle mag. Deshalb gibt es auch kein offizielles Bekenntnis zur Ampel.

Ginge es nach der sächsischen Spitzenfrau Antje Hermenau, könnte es mit dem Ende politischer Blöcke nicht schnell genug gehen. “Wir steigen ins Zeitalter der Projektpolitik ein“, sagt sie. “Das alte Lagerdenken wird in den nächsten Jahren überwunden.“ Zunächst einmal hoffen die Grünen jetzt darauf, dass Angela Merkel vor Schreck wegen des CDU-Debakels in Thüringen und an der Saar ihre eher allgemein gehaltene Wohlfühlkampagne aufgibt. Denn dann würde es den Grünen auch leichter fallen, sich mit ihrem Programm zu profilieren - so das Kalkül. “Man wird ihr nachsagen, dass ihr Wahlkampf, die eigenen Inhalte zu verstecken, dazu geführt hat, dass man in Saarland und Thüringen zweistellig verloren hat“, sagt Spitzenkandidat Jürgen Trittin über Merkel. “Das ist das Ende der Tarnkappe“, frohlockt Parteichefin Claudia Roth. Merkel hat zu diesem Zeitpunkt freilich Forderungen nach einem schärfen Kampfprofil schon eine Absage erteilt.

dpa

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