+
"Frau Merkel sendet damit das völlig falsche Signal", erklärt Fraktionschef Hofreiter. Foto: Friso Gentsch/Archiv

Grüne kritisieren Merkel für Glyphosat-Unterstützung

Berlin (dpa) - Die Grünen haben Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) für ihr Vorhaben kritisiert, sich für den weiteren Einsatz des umstrittenen Unkrautvernichters Glyphosat stark zu machen. "Frau Merkel sendet damit das völlig falsche Signal", erklärte Fraktionschef Anton Hofreiter.

"Statt das Ackergift endlich zu verbieten und sich für eine intakte Landwirtschaft mit guten Böden, sauberem Grundwasser und Artenvielfalt einzusetzen, geht sie der Agrarlobby auf den Leim."

Glyphosat steht im Verdacht, Krebs zu erregen. Studien haben aber auch ergeben, dass es bei ordnungsgemäßem Gebrauch ungefährlich für Menschen ist. Merkel hatte am Vortag auf einem CDU-Agrarforum in Mecklenburg-Vorpommern gesagt, sie werde sich dafür einsetzen, dass das Mittel auf wissensbasierter Grundlage weiterhin eingesetzt werden kann.

Glyphosat war zum Zankapfel der Koalition geworden, weil die SPD-Minister sich gegen eine Verlängerung der Zulassung in der EU ausgesprochen haben. Der SPD-Parteivorstand schrieb am Freitag auf Twitter: "Merkel ist für weiteren Glyphosat-Einsatz - wir bleiben beim NEIN! Im Zweifel für die Verbraucher- und Umweltschutz!"

Als Wissenschaftlerin müsse die Kanzlerin wissen, dass die Risiken nicht abschließend geklärt seien, sagte Hofreiter, der selbst Biologe ist. Die Krebswarnung von Experten der Weltgesundheitsorganisation WHO stünden weiter im Raum. Der Agrarexperte der Fraktion, Harald Ebner, nannte Merkels Aussagen "befremdlich". "Die Bundeskanzlerin stellt sich damit gegen 70 Prozent der deutschen Bevölkerung, die ein Verbot des Pflanzenkillers fordern", sagte er.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Jamaika-Aus: Lindner rechtfertigt Entscheidung und teilt gegen CDU aus
Die FDP hat einer Jamaika-Koalition den Todesstoß verpasst. Die Parteien machen sich gegenseitig schwere Vorwürfe. Angela Merkel würde im Falle von Neuwahlen erneut …
Jamaika-Aus: Lindner rechtfertigt Entscheidung und teilt gegen CDU aus
USA schicken fast 60.000 Flüchtlinge aus Haiti zurück
Washington (dpa) - Die USA schicken rund 59.000 Erdbeben-Flüchtlinge aus Haiti in ihre Heimat zurück. Die Menschen mit vorübergehendem Aufenthaltsstatus hätten 18 Monate …
USA schicken fast 60.000 Flüchtlinge aus Haiti zurück
Die ratlose Republik: Wir beantworten die 11 wichtigsten Fragen
Wann würden eigentlich mögliche Neuwahlen stattfinden? Nach dem Scheitern der Jamaika-Verhandlungen gibt es viele offene Fragen. Hier geben wir Ihnen einen Überblick.
Die ratlose Republik: Wir beantworten die 11 wichtigsten Fragen
Bundespräsident Steinmeier sucht Ausweg aus der Krise
Es ist die Quadratur des Kreises, die der Bundespräsident da vor sich hat. Steinmeier will Neuwahlen vermeiden. Doch keiner weiß so recht, wie das gehen soll. Hat …
Bundespräsident Steinmeier sucht Ausweg aus der Krise

Kommentare