+
Die schleswig-holsteinische Grünen-Chefin Ruth Kastner

Landesverbände sind unzufrieden

Grüne: Kritik an Wahlkampf der Partei

Berlin - Angesichts sinkender Umfragewerte der Grünen regt sich in den Landesverbänden Kritik an der Gestaltung des Wahlkampfs der Partei.

Es sei zum Beispiel in der Steuerpolitik nicht hinreichend gelungen, die Ziele der Grünen und deren Auswirkungen deutlich zu machen, sagte die schleswig-holsteinische Grünen-Chefin Ruth Kastner der Zeitung "Die Welt" vom Donnerstag. Spitzenkandidat Jürgen Trittin wies darauf hin, dass grüne Kernthemen wie die Energiewende im Wahlkampf schon lange an vorderster Stelle stünden.

Der bayerische Grünen-Landeschef Dieter Janecek sagte, bislang seien grüne Kernthemen wie Energiewende, gute Bildungspolitik und generell eine ökologische Wirtschaft im Wahlkampf zu kurz gekommen. Auch sei es "erwartbar" gewesen, dass Angriffe auf Besitzstände durch die von den Grünen für Gutverdiener geplanten Steuererhöhungen auf starken Widerstand stoßen würden, sagte er dem Portal "Zeit Online". Möglicherweise hätten einige in der Partei hier "das Negative Campaigning" des politischen Gegners unterschätzt. Dies gelte auch für den Veggie-Day, der als freiwilliges Angebot gedacht sei. Jetzt komme es darauf an, dass "wir Grünen unsere eigenen Botschaften setzen".

Hier geht's zum Wahl-O-Mat

Der hessische Grünen-Chef Tarek Al-Wazir forderte seine Partei auf, in der Schlussphase des Wahlkampfs deutlicher zu machen, dass 90 Prozent der Menschen durch die Steuerpläne der Grünen entlastet würden. Trotz des derzeitigen Stimmungstiefs äußerte er sich aber im Portal "Echo Online" zuversichtlich, dass die Grünen bei der zeitgleich mit der Bundestagswahl stattfindenden Landtagswahl in Hessen ein Ergebnis von "15 plus x Prozent" erreichen könnten.

Aktuellen Umfragen zufolge liegen die Grünen im Bund nur noch bei neun bis zehn Prozent. Spitzenkandidat Trittin äußerte sich gelassen. Es sei nicht unüblich, dass seine Partei zu Beginn des Wahlkampfes sehr hoch eingeschätzt werde und die Werte später heruntergingen, sagte Trittin der Heidelberger "Rhein-Neckar-Zeitung". Das sei "die übliche Delle". Bei der Wahl selbst würden die Grünen dann aber wieder besser abschneiden.

Auch Trittin trat erneut der Kritik an den Steuerplänen der Grünen entgegen. "Wir kündigen Steuersenkungen für 90 Prozent der Steuerzahler an", verwies er in der "RNZ" auf die geplante Anhebung des Grundfreibetrags auf 8700 Euro und auf Entlastungen auch für kleine und mittelständische Unternehmen. Die Mehrbelastungen für hohe Einkommen und Vermögen seien notwendig für Schuldenabbau und zur Finanzierung anderer Ausgaben.

Die kuriosesten Wahlplakate aller Zeiten

Die kuriosesten Wahlplakate aller Zeiten

afp

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Slowakischer Ex-Minister soll Mord bestellt haben
Die slowakische Polizei hat am Montag den ehemaligen Wirtschaftsminister Pavol Rusko verhaftet. Ihm wird vorgeworfen einen Mord bestellt zu haben.
Slowakischer Ex-Minister soll Mord bestellt haben
SPD und Grüne in Niedersachsen treffen sich zu Sondierungsgesprächen
Nach der Wahl in Niedersachsen vor gut einer Woche, beginnen nun die ersten Gespräche zwischen den Parteien. Ministerpräsident Stephan Weil trifft sich zunächst mit den …
SPD und Grüne in Niedersachsen treffen sich zu Sondierungsgesprächen
Orban erklärt Ost-Mitteleuropa zur „migrantenfreien Zone“
In einer Rede hat der ungarische Präsident Viktor Orban Ost-und Mitteleuropa zur „migrantenfreien Zone erklärt“. Diese Ländern seien die einzigen die Widerstand leisten …
Orban erklärt Ost-Mitteleuropa zur „migrantenfreien Zone“
Fall Bergdahl: Militärgericht beschäftigt sich mit Trump-Kommentaren
Im Verfahren gegen den US-Soldaten Bowe Bergdahl, der 2014 in einem umstrittenen Gefangenenaustausch freigekommen war, hat sich das Militärgericht mit Äußerungen von …
Fall Bergdahl: Militärgericht beschäftigt sich mit Trump-Kommentaren

Kommentare