Ehe für alle? Merkel rückt vom Nein der CDU ab

Ehe für alle? Merkel rückt vom Nein der CDU ab
+
Der zurückgetretene guatemaltekische Präsident Otto Pérez wird wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung, Betrugs und Bestechlichkeit angeklagt. Foto: Esteban Biba

Guatemalas Ex-Präsident Pérez in Korruptionsskandal angeklagt

Der frühere General soll an der Spitze eines kriminellen Netzwerks gestanden haben. "La Línea" kassierte Schmiergelder von Importfirmen und brachte die Staatskasse um Millionen. Jetzt wird Pérez der Prozess gemacht.

Guatemala-Stadt (dpa) - Der zurückgetretene guatemaltekische Präsident Otto Pérez wird wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung, Betrugs und Bestechlichkeit angeklagt.

Die von der Staatsanwaltschaft vorgelegten Ermittlungsergebnisse ließen den Schluss zu, dass der ehemalige Staatschef für den jüngsten Korruptionsskandal im Zollwesen des mittelamerikanischen Landes verantwortlich sei, sagte der zuständige Richter am Dienstag.

Das kriminelle Netzwerk "La Línea" hatte es Unternehmern erlaubt, gegen Schmiergeldzahlungen Waren am Zollamt vorbei ins Land einzuführen. Dadurch gingen der Staatskasse Millionenbeträge verloren, auf die sie dringend angewiesen ist. Das Steueraufkommen liegt in Guatemala bei gerade einmal elf Prozent des Bruttoinlandsprodukts, eine der niedrigsten Quoten in der Region.

Nach Einschätzung der Ermittler standen Pérez und seine frühere Vizepräsidentin Roxana Baldetti an der Spitze des Korruptionsrings. Insgesamt sind wegen des Falls mittlerweile 39 Verdächtige in Haft. Der Ex-Präsident wies die Vorwürfe zurück und kündigte an, die Anschuldigungen zu widerlegen.

Guatemala blickt auf bewegte Tage zurück: Nachdem die Staatsanwaltschaft und die Internationale Kommission gegen Straffreiheit (Cicig) abgehörte Telefonate vorlegten und immer mehr Menschen gegen Pérez auf die Straße gingen, wurde Haftbefehl gegen den Ex-General erlassen. Er trat daraufhin zurück und überließ seinem Vize Alejandro Maldonado das oberste Staatsamt.

Am Sonntag wählten die Guatemalteken einen neuen Präsidenten, der im Januar die Amtsgeschäfte übernehmen soll. Sieger der ersten Runde ist der Komiker Jimmy Morales von der nationalistischen Partei FCN. Gegen wen er bei der Stichwahl antreten wird, ist aufgrund des knappen Wahlergebnisses noch unklar.

Ermittlungsakte der Staatsanwaltschaft

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

"Jamaika"-Koalition in Schleswig-Holstein ist perfekt
Schleswig-Holsteins neue Landesregierung aus CDU, Grünen und FDP ist in trockenen Tüchern. Nach CDU und Grünen stimmten auch die Liberalen dem Koalitionsvertrag zu. …
"Jamaika"-Koalition in Schleswig-Holstein ist perfekt
Ehe für alle? Merkel rückt vom Nein der CDU ab
Bislang standen die Bundeskanzlerin in der Frage bezüglich der Ehe für alle geschlossen da. Am Montagabend gab sie zu, dass sie sich eine offene Diskussion wünscht.
Ehe für alle? Merkel rückt vom Nein der CDU ab
Merkel rückt vom Nein der CDU zur Ehe für alle ab
Berlin (dpa) - Bundeskanzlerin Angela Merkel ist von dem klaren Nein ihrer CDU zur Ehe für alle abgerückt. In einer Veranstaltung mit der Zeitschrift "Brigitte" sagte …
Merkel rückt vom Nein der CDU zur Ehe für alle ab
Wahlprogramm der Union: Wo es schon einen Konsens gibt - und wo nicht
In langen Berliner Abenden tüfteln CDU und CSU an ihrem gemeinsamen Wahlprogramm. Der Entwurf bekommt Konturen: Konsens beim Aufstocken des Kindergelds, kalkulierter …
Wahlprogramm der Union: Wo es schon einen Konsens gibt - und wo nicht

Kommentare