+
Vertritt die AfD nicht mehr im sächsischen Landtag: Gunter Wild hat die Fraktion verlassen.

Kritik an Petry hält an

Nummer fünf: Weiterer AfD-Mann verlässt Landtagsfraktion

In der AfD rumort es weiter. Nun ist bereits der fünfte Parlamentarier aus der sächsischen Landtagsfraktion zurückgetreten. Derweil attackiert Bernd Lucke die ehemalige Parteichefin Frauke Petry.

Dresden - Die AfD-Fraktion im sächsischen Landtag schrumpft weiter. In einer persönlichen Erklärung gab am Freitag der Vogtländer Gunter Wild seinen Austritt bekannt. Die AfD aus den Gründungszeiten habe „leider nur noch sehr wenige Gemeinsamkeiten mit der AfD von heute“, schrieb der 59-Jährige in einer persönlichen Erklärung, über die am Freitag die Chemnitzer Freie Presse (Online) berichtete. Die AfD ziehe mittlerweile Personen an, die das politische System der freiheitlich-demokratischen Grundordnung komplett stürzen wollten, so Wild. Nach dem Ausscheiden von Ex-Parteichefin Frauke Petry habe der rechte Flügel der Partei freie Fahrt.

Auch die sächsische AfD-Fraktion sieht Wild kritisch. Abgeordnete wendeten sich von der parlamentarischen Arbeit ab, um ihr „persönliches Ego zu pflegen und handeln, um anderen zu schaden, anstatt der Gemeinschaft zu nutzen“. Wild kündigte an, künftig die fraktionslosen Abgeordneten um Petry zu unterstützen. In der AfD will er zunächst bleiben. Einen späteren Austritt schloss er aber in der Freien Presse nicht aus.

Neue Umfrage: AfD weiter drittstärkste Kraft im Bundestag

Bereits fünf AfD-Parlamentarier weg

Neben Petry und Wild haben auch der frühere AfD-Generalsekretär Uwe Wurlitzer und die Abgeordneten Kirsten Muster und Andrea Kersten der Fraktion den Rücken gekehrt. Von vormals 14 AfD-Parlamentariern sind damit noch neun übrig. Eine Fraktion muss mindestens sieben Abgeordnete haben.

AfD sagt NRW-Parteitag ab - Polizei: Veranstaltung nicht gefährdet

Petry gab unterdessen die Gründung der „Blauen Partei“ und eines Bürgerforums „Blaue Wende“ bekannt. „Blau steht für konservative, aber auch freiheitliche Politik in Deutschland und in Europa“, hatte Petry dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) gesagt.

Sieht sich heftiger Kritik ausgesetzt: Frauke Petry hat die AfD nach der Bundestagswahl verlassen.

Lucke kritisiert Petrys Parteiaustritt

AfD-Gründer Bernd Lucke hielt das Projekt am Freitag für „völlig verkorkst“. „Petry hat sich inhaltlich von keiner einzigen AfD-Position abgegrenzt“, sagte ihr früherer Mitstreiter dem RND. „Mich würde es sehr wundern, wenn ihr viele Wähler glauben, dass ausgerechnet sie plötzlich eine gemäßigte Realpolitikerin sein will.“ Petrys Rechtskurs war der Grund, weshalb Lucke die AfD verlassen hatte.

"Immer weiter in rechte Ecke": AfD-Abgeordneter verlässt Partei mit verbittertem Brief

Sachsens CDU-Generalsekretär Michael Kretschmer warf Petry ein falsches Spiel vor, weil sie am Tag nach ihrer Wahl in den Bundestag ihren Verzicht auf eine Mitarbeit in der Fraktion erklärte. „Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass es ihr bei der Bundestagswahl in erster Linie um das Mandat und die damit verbundenen finanziellen Vorteile ging“, sagte er am Freitag der Deutschen Presse-Agentur.

Bundestags-Auftakt: FDP sitzt neben AfD - und erwägt weiteren Protest

„Frauke Petry spricht von einem konservativen Politikangebot, dass ihre neue Bewegung bieten soll. Konservativ sein ist aber in erster Linie mit Tugenden wie Ehrlichkeit, Geradlinigkeit und Verlässlichkeit verbunden. Unehrlichkeit und Wankelmut hingegen sind keine Zeichen von klarer Linie und Prinzipienfestigkeit, sondern ein deutliches Anzeichen für Beliebigkeit“, betonte der CDU-Politiker.

dpa

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Seehofer: Gebe CSU-Vorsitz zurück in die Hände meiner Partei
Nach mehr als zehn Jahren heißt der Bewerber um den CSU-Vorsitz nicht mehr Seehofer. Ihm folgt nun der Mann, den der 69-Jährige immer verhindern wollte. Auf die CSU …
Seehofer: Gebe CSU-Vorsitz zurück in die Hände meiner Partei
Brexit-Chaos: London unvorbereitet - Handelsabkommen bislang erst mit einem Land  
Die Abstimmung über den Brexit-Deal endet im britischen Unterhaus mit einem „No“. May übersteht das Misstrauensvotum. Brüssel befürchtet große Störungen für Bürger.
Brexit-Chaos: London unvorbereitet - Handelsabkommen bislang erst mit einem Land  
Kolumbiens Präsident will nach Anschlag hart vorgehen
Bogotá (dpa) - Nach dem schweren Bombenanschlag mit 21 Toten auf eine Polizeiakademie in Kolumbien hat die Regierung harte Maßnahmen gegen die linke Guerillaorganisation …
Kolumbiens Präsident will nach Anschlag hart vorgehen
Sonderermittler: Bericht über Lügen Trumps enthält Fehler
Washington (dpa) - Ein Aufsehen erregender Bericht des Nachrichtenportals "BuzzFeed News", wonach US-Präsident Donald Trump seinen früheren Anwalt Michael Cohen zur Lüge …
Sonderermittler: Bericht über Lügen Trumps enthält Fehler

Kommentare